Aus: Traditionsunternehmen schließt nach 100 Jahren Standort

Das "Wir schließen"-Schild zeigt oftmals eine Insolvenz an.
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Traditionsmarke verlagert Produktion von Düsseldorf nach Thüringen

Nach über einem Jahrhundert endet die Ära der Löwensenf-Produktion in Düsseldorf. Der Eigentümer, die Develey Senf & Feinkost GmbH, plant, die Herstellung an andere Standorte innerhalb Deutschlands zu verlagern, insbesondere nach Erfurt in Thüringen. Dort betreibt die Tochterfirma Born Senf & Feinkost GmbH eine moderne Produktionsstätte. Ein konkretes Datum für die Schließung des Düsseldorfer Werks wurde bislang nicht genannt. Das Traditionsunternehmen geht nach 100 Jahren also neue Wege in Sachen Standort.

Die Entscheidung fiel dem Unternehmen nicht leicht. Develey-Geschäftsführer Stefan Durach erklärte gegenüber den Mitarbeitern, dass die fehlende langfristige Entwicklungsperspektive für den gemieteten Standort, die räumlichen und baulichen Gegebenheiten sowie steigende Anforderungen an eine nachhaltige Lebensmittelproduktion diesen Schritt notwendig machten.

Größere Auswirkungen bleiben nicht aus

Von der Schließung sind insgesamt 54 Beschäftigte betroffen. 40 davon arbeiten in der Produktion und 14 in der Verwaltung. Das Unternehmen kündigte an, faire und sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter zu finden. Der bei Touristen beliebte Löwensenf-Laden in der Düsseldorfer Altstadt soll jedoch weiterhin bestehen bleiben. Das Traditionsunternehmen schließt nur den über 100 Jahren existierenden Standort.

Die Geschichte von Löwensenf in Düsseldorf begann 1920, als die „Neue Düsseldorfer Senfindustrie Otto Frenzel“ mit der Herstellung von „Löwensenf Extra“ startete, dem ersten deutschen Dijon-Senf. Zuvor hatten die Gründer Otto und Frieda Frenzel 1903 im damals deutschen Metz eine Senffabrik gegründet. Nach dem Ersten Weltkrieg zogen sie nach Düsseldorf um, wo bereits andere Senfhersteller ansässig waren. 1965 wurde das Unternehmen in Löwensenf GmbH umbenannt und vom ortsansässigen Traditionsunternehmen A.B. Bergrath übernommen. Seit 2001 gehört Löwensenf zur bayerischen Develey-Gruppe, die auch Marken wie Bautz’ner vertreibt.

Tonnenweise Senf produziert

Die Jahresproduktion in Düsseldorf lag zuletzt bei rund 6.000 Tonnen Senf. Mit der Verlagerung der Produktion nach Thüringen möchte Develey der Marke Löwensenf eine langfristige Perspektive in einem wettbewerbsintensiven Umfeld bieten. Zusammen mit der Arbeitnehmervertretung arbeitet man nun an einem Interessenausgleich, um den Übergang für die betroffenen Mitarbeiter so fair wie möglich zu gestalten.

Obwohl die Produktion Düsseldorf verlässt, bleibt die Marke Löwensenf bestehen. Der Senf wird weiterhin nach originaler Rezeptur hergestellt und soll den Kunden in gewohnter Qualität zur Verfügung stehen. Für Düsseldorf endet jedoch eine über 100-jährige Tradition der Senfherstellung, die das kulinarische Erbe der Stadt maßgeblich geprägt hat.

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