China-Zölle auf Autos: Großbritannien wird zum Schlupfloch, VW verliert Marktanteile

Symbolisches Motiv für Handelsstreit: Container- oder Autoverladehafen mit Frachtschiffen, im Vordergrund Reihen von Neuwagen, im Hintergrund EU- und britische Flaggen, kühles blau – Symbolbild, KI-erzeugt
Symbolbild, KI-erzeugt
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Der Streit um die China-Zölle auf Autos spitzt sich zu: Die Europäische Union fordert Großbritannien auf, seine Einfuhrzölle auf chinesische Fahrzeuge deutlich zu erhöhen. Grund ist ein großes Zoll-Gefälle: Während die EU wegen unfairer Subventionierung bis zu 45 % auf chinesische Autoimporte verlangt, liegt der britische Zollsatz nur bei 10 %. Volkswagen kommt in Großbritannien mittlerweile nur noch auf einen Marktanteil von 8 % bei Neuzulassungen, wie wiwo.de berichtet.

Chinesische Marken wie MG, Chery und BYD halten dort inzwischen zusammen 16 % der Neuzulassungen – doppelt so viel wie VW. Möglich wird das laut wiwo.de auch durch niedrige Produktionskosten und staatliche Subventionen in China.

China Zölle Autos: EU drängt auf höhere Tarife in Großbritannien

Nach Berichten von Handelsblatt und wiwo.de fordert die EU Großbritannien nicht nur zu höheren Zöllen auf, sondern schlägt dem Land auch den Beitritt zur EU-Zollunion vor. Ein EU-Vertreter erklärte laut Handelsblatt, ein solcher Beitritt würde die meisten Probleme lösen. Zugleich äußerte der Vertreter die Sorge, dass China die EU-Zölle auf Umwegen über Großbritannien unterlaufen könnte.

Der britische Premierminister Andy Burnham sprach sich laut Handelsblatt dafür aus, Großbritannien als vertrauenswürdigen Partner einzustufen. Er warnte zugleich davor, dass der britischen Autoindustrie Schaden drohe, sollte das Land von der geplanten Made-in-Europe-Initiative der EU ausgeschlossen werden.

Was die neuen Regeln für VW und die Autoindustrie bedeuten

Die Made-in-Europe-Initiative soll laut Handelsblatt die Abhängigkeit von chinesischen Bauteilen verringern und in Europa gefertigte Waren gegenüber chinesischen Produkten bevorzugen. Die britische Autoindustrie beliefert die EU mit Bauteilen und verkauft zugleich Fahrzeuge auf dem EU-Markt – entsprechend groß ist die Sorge vor Nachteilen.

Auch aus Großbritannien selbst kommt laut wiwo.de Kritik: Die britische Autoindustrie befürchtet, dass die neuen Herkunftsregeln ihre eigenen Produkte benachteiligen könnten, obwohl das Land eng mit der EU verflochten ist.

  • VW-Marktanteil in Großbritannien: 8 % der Neuzulassungen
  • Marktanteil chinesischer Marken: 16 % der Neuzulassungen
  • Britischer Zollsatz auf China-Importe: 10 %
  • EU-Zollsatz auf China-Importe: bis zu 45 %
  • Geplante Batterie-Regeln: ab Januar 2027

Batterie-Regeln 2027 treffen auch EU-Exporteure

Neben den Auto-Zöllen plant die EU laut wiwo.de auch strengere Ursprungsregeln für Batterien. Ab Januar 2027 soll Zollfreiheit nur noch für Batterien gelten, die tatsächlich in der EU hergestellt wurden. Das trifft die eigene Industrie hart, denn die meisten Batterien europäischer Elektroauto-Hersteller stammen laut Bericht aus Asien.

Nach Zahlen des Branchenverbands ACEA exportiert die EU jährlich rund 430.000 Autos im Wert von 15 Milliarden Euro nach Großbritannien. Träten die neuen Batterie-Regeln in Kraft, entstünde dafür laut ACEA eine jährliche Zollbelastung von 1,5 Milliarden Euro.

Wie es mit den EU-Zöllen auf China weitergehen könnte

Offen ist, ob Großbritannien tatsächlich höhere Zölle einführt oder der EU-Zollunion beitritt. Beide Seiten verhandeln, ein Ergebnis ist laut den vorliegenden Berichten noch nicht bekannt. Für Autobauer wie Volkswagen bleibt die Lage auf der Insel damit vorerst angespannt, während chinesische Hersteller ihren Vorteil beim Zollsatz weiter nutzen können.

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