Aus einer Einzelpraxis ist ein Team geworden: Unter dem Namen „Wundprofis“ arbeiten Alexandra Lafer und zwei Kolleginnen heute an zwei Standorten und im mobilen Einsatz. Auffällig ist die technische Ausstattung, die man in dieser Dichte selten in einer pflegerischen Praxis findet: Kaltplasma, Low-Level-Laser, Hämolaser und ambulante VAC-Therapie. Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch, dass die Geräte nur ein Teil des Konzepts sind.
Wundmanagement als eigenständiger Fachbereich
Wenn eine Wunde nach Wochen nicht kleiner wird, beginnt für viele Betroffene ein langer Weg zwischen Hausarzt, Ambulanz und wechselnden Pflegepersonen. Genau an dieser Stelle setzen Alexandra Lafer und die Wundprofis an, die seit 2023 hauptberuflich freiberuflich tätig ist und hat seit 2025 die TÜV-zertifizierte Zusatzqualifikation als ZWM-ZertifizierterWundManager®/in. Ihre Einschätzung des Systems ist nüchtern: Es fehlt oft nicht am Bemühen, sondern an Kontinuität und an einem Konzept, das den gesamten Behandlungsverlauf abbildet. Kommt bei jedem Termin eine andere Person, weiß niemand exakt, wie die Wunde vier Wochen zuvor ausgesehen hat. Wundmanagement ist mittlerweile ein anerkannter Bereich der diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege, nur ist das in der Öffentlichkeit kaum angekommen.
Kaltplasma, Laser und ambulante VAC-Therapie bei den Wundprofis
Die apparative Seite der Praxis hat in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt. Zur Ausstattung gehören Kaltplasma zur Reduktion der Keimlast im Wundbett, Low-Level-Lasertherapie und Hämolaser zur Unterstützung der Gewebeprozesse sowie die ambulante VAC-Therapie, bei der ein kontrollierter Unterdruck Wundsekret ableitet und die Granulation fördert. Hinzu kommt Entlastungstechnik beim diabetischen Fußsyndrom, bei dem Druck auf die betroffene Stelle den Heilungsverlauf regelmäßig verzögert. Bemerkenswert ist dabei weniger die Zahl der Geräte als der Umstand, dass solche Verfahren ambulant und wohnortnah verfügbar sind. Bislang waren sie vor allem in Spezialambulanzen zu finden. Für Patienten mit eingeschränkter Mobilität verkürzt das Wege, die sonst zur eigentlichen Hürde werden.
Chronische Wunde: Technik ersetzt kein Konzept
Lafer widerspricht der Vorstellung, ein Gerät allein könne eine chronische Wunde zum Verschluss bringen. Vor jedem Einsatz steht die Wundbeurteilung: Wundrand, Exsudatmenge, Schmerzcharakter, Geruch, Durchblutungssituation. Erst daraus ergibt sich, welches Verfahren sinnvoll ist, in welcher Frequenz und mit welchem realistischen Ziel. Ebenso wichtig ist die Ursachenklärung, denn eine venöse Ulzeration verlangt eine andere Strategie als eine druckbedingte Läsion oder eine postoperative Wundheilungsstörung. Und schließlich muss der Verband im Alltag funktionieren: in Schuhen, unter Kleidung, bei der Arbeit und in der Nacht. Ein technisch aufwendiges Konzept, das der Patient nach drei Tagen aufgibt, hat keinen Wert.
Ein dokumentierter Verlauf statt Amputation
Wie viel im Zusammenspiel möglich ist, zeigt ein Fall aus der Praxis. Ein Patient kam nach einem Krankenhausaufenthalt und vierwöchiger Antibiotikatherapie in die Betreuung. Im Raum stand die Amputation des Vorfußes, mindestens jene eines Zehenstrahls. Über vier Wochen erfolgten Verbandwechsel in Kombination mit Laser, Kaltplasma und VAC-Therapie. Beim anschließenden Termin im Krankenhaus, bei dem der Zeitpunkt des Eingriffs festgelegt werden sollte, war die Wundheilung so weit fortgeschritten, dass die Amputation nicht weiterverfolgt wurde. Solche Verläufe lassen sich nicht verallgemeinern, sie zeigen aber, welchen Unterschied eine engmaschige Kontrolle machen kann. Auch aus fachlicher Sicht findet die Arbeit Anerkennung: Beim Kongress der Austrian Wound Association wurde Alexandra Lafers Abstract mit dem ersten Platz ausgezeichnet.
Zwei Ordinationen, mobile Wundpflege und geschulte Angehörige
Organisatorisch stehen den Patienten der Wundprofis zwei Ordinationen in Graz und Gleisdorf offen, mobil versorgt das dreiköpfige Team den Raum Graz, Gleisdorf und Leibnitz, Weiz nach Absprache. Bei Hausbesuchen wird ein vereinbartes Zeitfenster eingehalten. Es ist ein Detail, das Betroffene laut Lafer besonders häufig hervorheben, weil es den Tag planbar macht. Wo Patienten oder Angehörige den Verbandwechsel selbst übernehmen, folgt eine strukturierte Einschulung samt regelmäßiger Wundvisite, bei der das Vorgehen kontrolliert und angepasst wird. Ziel ist, dass Betroffene die Zusammenhänge ihrer Erkrankung verstehen und Warnzeichen früh erkennen. Verbandstoffe werden über die Krankenkasse bezogen, für die Betreuung selbst gilt die Wahlpflegeleistung.
Ein Berufsbild, das Sichtbarkeit braucht
Dass der Beruf noch mit Vorurteilen zu kämpfen hat, verschweigt Lafer nicht. Die Annahme, hier werde lediglich ein Pflaster gewechselt, hält sich hartnäckig, auch in Teilen der Ärzteschaft. Sie plädiert deshalb für eine klare Arbeitsteilung: medizinische Abklärung dort, wo sie hingehört, laufende Wundversorgung beim spezialisierten Fachdienst. Ein Hinweis für Betroffene: Wer ein Angebot prüft, sollte auf die Zusatzqualifikation zum zertifizierten Wundmanagement achten. Ein Portfolio, in dem Wundpflege nur ein kleiner Punkt neben allgemeiner Betreuung ist, spricht eher gegen eine Spezialisierung. Als nächsten Entwicklungsschritt sehen die Wundprofis die vorbeugende Beratung: Menschen ab 50 mit Venenerkrankungen oder Diabetes sollten sich bei Verletzungen an den Beinen früh an das Wundmanagement wenden, idealerweise schon vor geplanten Operationen.
Wer Fragen zur Wundbehandlung hat oder einen Termin in Graz oder Gleisdorf vereinbaren möchte, findet alle Informationen unter www.verbandwechsel.at.
Impressum:
Alexandra Lafer
Selbständige Krankenschwester
Flöcking 30, 8200 Gleisdorf
Ordination: Kalvariengürtel 67, 8020 Graz
Tel.: 031667343443
E-Mail: alexandra.lafer@verbandwechsel.at
Website: www.verbandwechsel.at
Website: praxisentero.at/praxis/wundpflege-und-verbandwechsel/



