Energiepreise: Erzeugerpreise und Inflation ziehen an

Raffinerie mit Tanklagern und Tankwagen in der Dämmerung
Symbolbild (KI-generiert)
Inhaltsverzeichnis

Heizöl, Diesel und Metalle werden für die Wirtschaft deutlich teurer. In Deutschland lagen die Erzeugerpreise im August 4,6 Prozent über dem Vorjahr, in Österreich kletterte die Inflation auf 3,2 Prozent. Was das für die Preise im Herbst bedeutet.

Deutschland: Erzeugerpreise ziehen kräftig an

Das Statistische Bundesamt hat am 18. September die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte für August veröffentlicht. Demnach verlangten Hersteller im Schnitt 4,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allein gegenüber Juli stiegen die Preise um 1,1 Prozent. Die Erzeugerpreise gelten als Frühindikator: Was Industrie und Energieversorger heute mehr verlangen, landet oft mit einigen Monaten Verzögerung im Supermarkt, an der Zapfsäule oder auf der Handwerkerrechnung.

Treiber ist vor allem die Energie. Sie war im August 8,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor und 3,2 Prozent teurer als im Vormonat. Besonders stark fiel der Anstieg bei Mineralölprodukten aus:

  • Leichtes Heizöl: plus 65,3 Prozent gegenüber August 2025
  • Kraftstoffe: plus 37,7 Prozent
  • Mineralölerzeugnisse insgesamt: plus 40,5 Prozent
  • Erdgas: plus 7,5 Prozent
  • Strom: plus 1,7 Prozent

Auch Vorleistungsgüter, also Materialien, die in der Produktion weiterverarbeitet werden, wurden um 6,1 Prozent teurer. Metalle legten sogar um 14,8 Prozent zu. Ohne Energie gerechnet stiegen die Erzeugerpreise um 3,1 Prozent.

Lichtblick bei Lebensmitteln

Es gibt aber auch eine Gegenbewegung. Nahrungsmittel waren auf Herstellerebene 4,3 Prozent billiger als vor einem Jahr, Verbrauchsgüter insgesamt kosteten 2,0 Prozent weniger. Laut Destatis sind vor allem Butter, Schweine- und Rindfleisch deutlich günstiger geworden. Investitionsgüter wie Maschinen verteuerten sich um moderate 2,4 Prozent.

Bei den Verbraucherpreisen hat Destatis für August eine Inflationsrate von 2,9 Prozent bestätigt, nach 2,8 Prozent im Juli und 2,3 Prozent im Juni. Energie für private Haushalte kostete 10,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie lag bei 2,4 Prozent.

Österreich: Inflation steigt auf 3,2 Prozent

In Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild. Statistik Austria bestätigte am 17. September die Schnellschätzung: Die Inflation lag im August bei 3,2 Prozent, nach 2,8 Prozent im Juli. Den größten Einfluss hatte der Bereich Verkehr mit einem Plus von 7,8 Prozent, Treibstoffe allein kosteten 26,3 Prozent mehr. Heizöl war um 48,1 Prozent teurer als im Vorjahr, Gas um 7,9 Prozent. Strom wurde dagegen um 10,7 Prozent günstiger. Gastronomie und Beherbergung verteuerten sich um 4,7 Prozent.

Gebremst wurde die Teuerung durch die seit Juli geltende Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent. Nahrungsmittel waren im August 0,3 Prozent billiger als ein Jahr zuvor. Schon Anfang September hatte Statistik Austria gemeldet, dass die Großhandelspreise im August um 8,2 Prozent über dem Vorjahr lagen, getrieben von Mineralölprodukten und Treibstoffen.

Was Verbraucher jetzt tun können

Die Zahlen zeigen, dass der Preisdruck derzeit vor allem von Öl und Treibstoff ausgeht, während Lebensmittel eher entlasten. Für die kommenden Monate ist das ein Warnsignal, denn höhere Kosten bei Transport und Material werden häufig zeitversetzt weitergegeben. Wer mit Öl heizt, sollte Angebote mehrerer Händler vergleichen und die Tankfüllung nicht auf den letzten Moment verschieben. Bei Strom lohnt sich vor allem in Österreich ein Tarifvergleich, weil die Preise dort zuletzt gesunken sind. Und wer viel fährt, kann durch Tanken zu günstigeren Tageszeiten und eine vorausschauende Fahrweise spürbar sparen.

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