Am 5. Oktober starten die ersten Bundesländer in die Herbstferien, viele Familien zieht es über die Alpen nach Süden. Wer mit dem Auto nach Italien fährt, muss sich auf eine Engstelle am Brenner und auf ein neues Dieselfahrverbot in der Lombardei einstellen.
Wann die Herbstferien beginnen
Den Anfang machen Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland: Dort sind ab Montag, 5. Oktober, Ferien. Eine Woche später folgen unter anderem Niedersachsen, Bremen, Sachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein. Nordrhein-Westfalen hat vom 17. bis 31. Oktober frei, Baden-Württemberg vom 26. bis 30. Oktober. Schlusslicht ist Bayern mit Herbstferien vom 2. bis 6. November. In Österreich gelten einheitlich in allen neun Bundesländern Herbstferien vom 27. bis 31. Oktober, eingerahmt vom Nationalfeiertag am 26. Oktober und Allerheiligen.
Weil sich die Termine über gut fünf Wochen verteilen, gibt es keinen einzelnen großen Reisetag. Dafür ist an vielen Wochenenden im Oktober mit dichtem Verkehr auf den Nord-Süd-Achsen zu rechnen.
Brenner: Luegbrücke bleibt das Nadelöhr
Die wichtigste Engstelle liegt auf der Brennerautobahn A13 zwischen Innsbruck und der Grenze. Dort wird die Luegbrücke erneuert, die Arbeiten sollen nach Angaben des ADAC bis 2031 dauern. Der Verkehr läuft meist nur auf einer Spur je Richtung. An besonders starken Tagen öffnet der Betreiber ASFINAG zwei Spuren, für 2026 sind rund 180 solcher Tage geplant, vor allem im Sommer. Im Herbst ist daher häufiger mit Einspurigkeit zu rechnen. Im Baustellenbereich gilt Tempo 60. Schwere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen werden an zweispurigen Tagen auf eine eigene Spur gelenkt, um die Brücke zu entlasten.
Der ADAC nennt die Routen nach Italien und Slowenien, vor allem über Tirol und Salzburg, auch nach dem Sommer als typische Stauachsen. Auf deutscher Seite sind A7, A8 und A9 in Richtung Süden besonders belastet, zudem gibt es bundesweit rund 1.000 Autobahnbaustellen.
Neues Dieselfahrverbot in der Lombardei
Ab 1. Oktober 2026 dürfen Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro 5 in lombardischen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern an Werktagen zwischen 7.30 und 19.30 Uhr nicht mehr unterwegs sein. Betroffen sind etwa Bergamo, Brescia und Monza, für Mailand gelten eigene städtische Regeln. Euro 5 betrifft grob Autos mit Erstzulassung zwischen 2011 und 2015. Das Verbot gilt unabhängig vom Kennzeichen, also auch für Urlauber aus Deutschland und Österreich.
Ursprünglich sollte das Verbot in vier Regionen der Po-Ebene greifen. Laut ADAC zieht mit Stand Mitte September aber nur die Lombardei mit. Piemont setzt auf andere Maßnahmen, Venetien hat den Start auf den 1. Oktober 2027 verschoben, Emilia-Romagna hat das Verbot ausgesetzt, schließt vorübergehende Einschränkungen für Euro-5-Diesel aber nicht aus.
So kommen Reisende entspannter an
- Abgasnorm prüfen: Sie steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Wer einen Euro-5-Diesel fährt, sollte lombardische Städte werktags tagsüber meiden oder Park-and-Ride nutzen.
- Früh morgens und möglichst unter der Woche starten, das empfiehlt der ADAC für die Brennerroute.
- Vor der Abfahrt den Fahrkalender der ASFINAG zur Luegbrücke prüfen, dort stehen ein- und zweispurige Tage.
- Regeln kurzfristig nachsehen: Die italienischen Regionen passen ihre Vorgaben immer wieder an, aktuelle Infos bieten ADAC und ÖAMTC.
Die Kombination aus verteilten Ferienterminen und Dauerbaustelle am Brenner macht den Oktober zu keinem Stauhöhepunkt wie den Sommer, wer aber am Wochenende fährt, sollte Puffer einplanen. Hinzu kommen die derzeit sehr hohen Spritpreise, die eine Fahrt in den Süden spürbar teurer machen als im Vorjahr.



