Die Impfsaison 2026/27 beginnt, und in Deutschland gelten dabei neue Spielregeln: Die Corona-Auffrischung empfiehlt die STIKO gesunden Erwachsenen jetzt erst ab 75 Jahren. Österreich bleibt breiter aufgestellt und bietet die Grippeimpfung ab Oktober wieder kostenlos an.
Grippe: Oktober bis Mitte Dezember als Zeitfenster
Das Robert Koch-Institut hat seine Antworten zur Influenza-Impfung zuletzt am 10. September 2026 aktualisiert. An der Grundlinie der Ständigen Impfkommission (STIKO) ändert sich wenig: Die jährliche Grippeimpfung ist Standard für alle ab 60 Jahren. Dazu kommen Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei Vorerkrankungen schon im ersten, sowie Menschen mit chronischen Leiden etwa von Herz, Lunge, Leber, Niere oder Stoffwechsel. Auch Bewohner von Pflegeheimen und Personen, die im Haushalt Risikopatienten betreuen, gehören dazu.
Für Ältere nennt die STIKO Hochdosis-Impfstoffe oder Präparate mit dem Wirkverstärker MF59. Als günstigen Zeitraum gibt das RKI Oktober bis Mitte Dezember an. Bis der Schutz vollständig aufgebaut ist, vergehen nach der Impfung ungefähr zehn bis 14 Tage.
Corona: Deutschland hebt die Altersgrenze an
Die größte Änderung betrifft die COVID-19-Impfung. Im Juli 2026 hat die STIKO ihre Empfehlung überarbeitet: Die jährliche Auffrischung für gesunde Erwachsene gilt nicht mehr ab 60, sondern erst ab 75 Jahren. Die Kommission begründet das damit, dass die meisten Erwachsenen inzwischen durch Impfungen und Infektionen eine breite Grundimmunität aufgebaut haben. Die Empfehlung, als Erwachsener eine Basisimmunität gezielt aufzubauen, ist ganz entfallen.
Weiterhin jährlich empfohlen bleibt die Auffrischung für:
- Menschen ab 75 Jahren
- Personen ab sechs Monaten mit Grunderkrankungen, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhen
- Bewohner von Pflegeeinrichtungen
- Beschäftigte in Medizin und Pflege mit direktem Patientenkontakt
- enge Kontaktpersonen von Menschen mit geschwächtem Immunsystem
- Schwangere mit Vorerkrankungen oder Komplikationen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
Geimpft werden soll im Spätsommer oder Frühherbst mit einem an aktuelle Varianten angepassten Impfstoff. Ob eine Impfung Kassenleistung ist, hängt in Deutschland von der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses ab. Wer unsicher ist, fragt vorab in der Praxis oder bei der Krankenkasse nach.
Österreich: Gratis-Grippeimpfung und breitere Corona-Empfehlung
In Österreich läuft das Öffentliche Impfprogramm Influenza ab Oktober wieder an. Die Impfung ist für die Bevölkerung kostenlos und wird allen Menschen ab sechs Monaten empfohlen, besonders Älteren ab 60, chronisch Kranken, Schwangeren und Gesundheitspersonal. Laut Österreichischer Gesundheitskasse (ÖGK) beteiligen sich mehr als 4.000 Arztpraxen. Dazu kommen Gesundheitszentren der ÖGK, Betriebe, Pflegeheime und je nach Bundesland auch die Bezirkshauptmannschaften. Als idealen Zeitraum nennt die ÖGK Mitte Oktober bis Ende November.
Bei Corona geht Österreich einen anderen Weg als Deutschland. Nach der aktuellen Empfehlung des Nationalen Impfgremiums wird die Auffrischung weiterhin allen ab zwölf Jahren angeboten und besonders Menschen ab 60 ans Herz gelegt. Zur letzten Impfung oder Infektion sollen mindestens sechs Monate Abstand liegen.
Was Verbraucher jetzt tun können
Laut RKI und den österreichischen Stellen lassen sich Grippe- und Corona-Impfung bei einem Termin kombinieren, dann jeweils in einen anderen Arm. Ein Mindestabstand zwischen diesen beiden Totimpfstoffen ist nicht nötig. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte den Impfpass heraussuchen und das Thema beim nächsten Arzttermin ansprechen. In Österreich zeigt der e-Impfpass, welche Impfungen bereits dokumentiert sind.
Für Arbeitgeber lohnt ein Blick auf betriebliche Impfaktionen, die in Österreich ausdrücklich Teil des Programms sind. Welche Impfung im Einzelfall passt, klärt das Gespräch mit Hausarzt oder Hausärztin. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.



