Apple hat iOS 27 am 14. September für alle kompatiblen iPhones freigegeben. Das Update bringt neue Foto-Werkzeuge, ein überarbeitetes Safari und mehr Kontrolle für Eltern. Die wichtigste KI-Neuerung, die umgebaute Siri, bleibt Nutzern in Deutschland und Österreich aber vorerst verwehrt.
Welche iPhones das Update bekommen
Gute Nachricht für Besitzer älterer Geräte: Apple sortiert in diesem Jahr kein Modell aus. iOS 27 läuft auf allen iPhones, die auch schon iOS 26 unterstützt haben. Das reicht zurück bis zum iPhone 11 und zum iPhone SE der zweiten Generation. Technisch entscheidend ist der A13-Chip, alles ab dieser Generation wird versorgt. Vorgestellt hatte Apple das System bereits auf seiner Entwicklerkonferenz am 8. Juni, seitdem lief es in Test-Versionen für Entwickler und Beta-Nutzer.
Parallel zum iPhone-Update hat Apple am selben Tag auch neue Versionen für iPad, Mac, Apple Watch, Apple TV und die Datenbrille Vision Pro veröffentlicht. Wer auf seinem iPhone noch nicht umsteigen will, muss nicht sofort handeln: Apple versorgt iOS 26 nach eigenen Angaben weiterhin mit Sicherheitsupdates.
Das ist neu im Alltag
Nach Angaben von Apple umfasst das Update mehr als 250 Neuerungen und Änderungen. Spektakuläre Designwechsel gibt es diesmal nicht, der Schwerpunkt liegt auf Feinschliff und praktischen Funktionen. Für den Alltag relevant sind vor allem diese Punkte:
- Fotos: Neue Bearbeitungswerkzeuge erlauben es, den Bildausschnitt nachträglich anzupassen, Motive zu erweitern und störende Objekte besser zu entfernen.
- Safari: Der Browser sortiert offene Tabs automatisch in Gruppen und kann Bescheid geben, wenn sich auf einer Seite etwas ändert, etwa ein Preis sinkt oder Tickets freigeschaltet werden.
- Design: Die im Vorjahr eingeführte Glas-Optik lässt sich nun in ihrer Transparenz einstellen, der Kontrast wurde verbessert. Das dürfte vor allem Menschen helfen, denen die durchscheinenden Elemente schwer lesbar waren.
- Kinderschutz: Eltern können App-Zugriffe auf bestimmte Uhrzeiten begrenzen, Kinder können die Freigabe einzelner Webseiten direkt anfragen.
Dazu kommen erweiterte Funktionen von Apple Intelligence, etwa verbesserte Schreibwerkzeuge. Diese KI-Funktionen setzen allerdings neuere Hardware voraus: Nötig ist mindestens ein A17-Pro-Chip, also ein iPhone 15 Pro oder neuer.
Warum die neue Siri in der EU fehlt
Das Herzstück von iOS 27 ist eine grundlegend neu gebaute Siri, die ähnlich wie ein Chatbot längere Gespräche führen kann. Apple bewirbt sie für das iPhone 15 Pro und neuere Modelle. In der Europäischen Union steht diese Siri auf iPhone und iPad zum Start jedoch nicht zur Verfügung. Das betrifft Deutschland ebenso wie Österreich.
Apple begründet den Schritt mit dem Digital Markets Act, dem EU-Gesetz über digitale Märkte. Nach Darstellung des Konzerns verlangt die Auslegung der Regeln, dass auch KI-Assistenten anderer Anbieter einen vergleichbar tiefen Zugriff auf das Gerät erhalten. Einen eigenen Lösungsvorschlag habe die EU-Kommission nicht akzeptiert. Einen Zeitplan für die Einführung auf iPhone und iPad in der EU nennt Apple derzeit nicht. Auf dem Mac und der Vision Pro lässt sich die neue Siri dagegen auch in der EU nutzen. Weil die Apple Watch dafür ein iPhone mit der neuen Siri voraussetzt, fehlt die Funktion auch dort.
Was iPhone-Nutzer jetzt tun können
Das Update ist kostenlos und wird unter Einstellungen, Allgemein, Softwareupdate angeboten. Wer es installieren will, sollte vorher eine Sicherung anlegen, entweder in der iCloud oder am Computer. Außerdem empfiehlt es sich, das iPhone an das Ladekabel und ein WLAN anzuschließen, da der Download mehrere Gigabyte umfasst und die Installation eine Weile dauert.
Wer auf bestimmte Apps im Beruf angewiesen ist, kann auch einige Tage abwarten und prüfen, ob die Hersteller ihre Anwendungen bereits angepasst haben. Erfahrungsgemäß schiebt Apple in den Wochen nach einem großen Update kleinere Fehlerkorrekturen nach. Wer ein älteres Gerät ohne A17-Pro-Chip besitzt, bekommt zwar alle Grundfunktionen von iOS 27, aber keine der neuen KI-Werkzeuge. Ein Gerätewechsel allein wegen der neuen Siri bringt Nutzern in Deutschland und Österreich derzeit ohnehin nichts, solange die Funktion hier nicht freigeschaltet ist.



