Kneipp: 65 Millionen Euro für neues Werk in Unterfranken

Automatisierte Abfüllanlage mit unbeschrifteten Flaschen in einer modernen Produktionshalle
Symbolbild (KI-generiert)
Inhaltsverzeichnis

Kneipp hat an seinem einzigen Produktionsstandort in Unterfranken ein neues Werk eröffnet. Mit rund 65 Millionen Euro ist es die größte Einzelinvestition in der über 135-jährigen Firmengeschichte. Die Produktionsfläche verdoppelt sich, und fast das gesamte Sortiment bleibt ein Produkt aus Deutschland.

Größte Investition seit der Gründung

Am 18. September 2026 hat der Hersteller von Badezusätzen, Pflegeprodukten und pflanzlichen Arzneimitteln sein neues Werk am Hauptsitz in Ochsenfurt-Hohestadt bei Würzburg vorgestellt. Rund 65 Millionen Euro hat das Unternehmen in ein neues Fabrikgebäude, die Modernisierung bestehender Anlagen sowie in Automatisierung und digitale Abläufe gesteckt. Laut Kneipp ist das die größte einzelne Investition, die das Unternehmen je getätigt hat.

Die Produktionsfläche wächst dadurch von etwa 5.000 auf rund 10.000 Quadratmeter. Die Firma bekommt damit doppelt so viel Platz für Herstellung und Abfüllung wie bisher.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

  • Investition: rund 65 Millionen Euro
  • Produktionsfläche: Verdopplung von etwa 5.000 auf rund 10.000 Quadratmeter
  • Beschäftigte am Standort: rund 430
  • Beschäftigte in der Gruppe: rund 650, davon etwa 550 in Deutschland
  • Sortiment: etwa 480 Produkte, mehr als 94 Prozent davon in Deutschland hergestellt
  • Absatzmärkte: 16 Länder in Europa und Asien

Warum Kneipp auf den Heimatstandort setzt

Ochsenfurt-Hohestadt ist die einzige Produktionsstätte des Unternehmens. Von hier aus werden alle Märkte beliefert. Die Geschäftsführung begründet die Investition mit drei Zielen: mehr Kapazität, effizientere Prozesse und ein höherer Automatisierungsgrad. Das neue Werk soll zudem Raum schaffen, neue Produkte schneller zu entwickeln und flexibler auf Veränderungen am Markt zu reagieren.

Kneipp-Chefin Katharina Höhne sieht in dem Neubau nach Angaben des Unternehmens ein Signal dafür, dass Qualität, Innovation und Fertigung in Deutschland eine Zukunft haben. In einer Zeit, in der viele Konsumgüterhersteller ihre Produktion ins Ausland verlagern, ist das eine bemerkenswerte Entscheidung für den eigenen Standort.

Eine Marke mit langer Geschichte

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1891 zurück. Damals gründeten der Pfarrer und Naturheilkundler Sebastian Kneipp und der Würzburger Apotheker Leonhard Oberhäußer die Firma. Heute gehört Kneipp vollständig zur PAUL HARTMANN AG mit Sitz in Heidenheim an der Brenz, einem der großen Medizin- und Pflegeproduktehersteller in Deutschland.

Das Sortiment umfasst heute rund 480 Artikel, von Badekristallen und Duschgels über Hautpflege bis zu Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Arzneimitteln. Beim Thema Nachhaltigkeit verweist das Unternehmen auf nachhaltigere Verpackungslösungen und auf eine Bewertung durch die Ratingagentur EcoVadis, bei der Kneipp 2022 zum besten Prozent der bewerteten Firmen zählte.

Was die Investition für Region und Kunden bedeutet

Für Mainfranken ist das neue Werk vor allem eine Absicherung von Arbeitsplätzen. Rund 430 Menschen arbeiten am Standort, und mit der größeren und moderneren Fertigung ist die Produktion für die kommenden Jahre breiter aufgestellt. Zusätzliche Stellen hat das Unternehmen in seiner Mitteilung nicht beziffert.

Für Kundinnen und Kunden in Deutschland und Österreich ändert sich im Regal zunächst nichts. Wer beim Einkauf auf die Herkunft achtet, findet die Angabe zum Herstellungsland in der Regel auf der Verpackung. Mittelfristig will Kneipp die zusätzliche Kapazität nutzen, um neue Produkte auf den Markt zu bringen und die Nachfrage aus dem Ausland zu bedienen.

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