Bundeskanzler Friedrich Merz hat Wirtschaftsvertretern der Initiative Made for Germany in Berlin weitere Strukturreformen zugesagt. Die Investoren-Gruppe plant bis 2028 mehr als 850 Milliarden Euro am Standort Deutschland, 147 Unternehmen sind beteiligt. Allein 2025 wurden bereits über 200 Milliarden Euro investiert.
Was bei Made for Germany konkret passiert ist
Merz betonte gegenüber den Wirtschaftsvertretern die Notwendigkeit grundlegender Strukturreformen. Nach seinen Worten habe die Bundesregierung bereits einige Reformen in die Wege geleitet, das angestrebte Tempo sei aber noch nicht erreicht.
Die Initiative Made for Germany bündelt die Investitionspläne von 147 Unternehmen und Investoren. Die Netto-Investitionspläne dieser Firmen sind bis Februar um einen niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag gestiegen, obwohl einzelne Unternehmen ihre Vorhaben zwischenzeitlich angepasst hatten.
- Investitionsvolumen bis 2028: über 850 Milliarden Euro
- Investitionen allein 2025: mehr als 200 Milliarden Euro
- Beteiligte Unternehmen und Investoren: 147
- Nächster Investitions-Gipfel: in rund drei Wochen in Berlin
Wen die angekündigten Reformen treffen
Besonders betroffen sind Beschäftigte und künftige Rentner. Merz nannte eine Rentenreform als eines der nächsten Vorhaben. Dabei geht es um die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren – ein Punkt, über den die SPD innerhalb der Koalition noch diskutieren will.
Auch beim Arbeitsmarkt stehen Änderungen bevor: Arbeitsmarktflexibilisierungen sollen bereits in der kommenden Woche im Koalitionsausschuss erörtert werden, weitere Arbeitsmarktgesetze sind in Planung. Zusätzlich strebt die Bundesregierung eine Vertiefung des EU-Binnenmarkts an.
Warum die Bundesregierung jetzt handelt
Merz verwies darauf, dass es derzeit keinen selbsttragenden Aufschwung für die kommenden Jahre gebe. Zugleich haben Wirtschaftsinstitute ihre Konjunkturprognosen für 2026 angehoben, auch wegen schuldenfinanzierter Staatsinvestitionen in die Infrastrukturmodernisierung.
Der Kanzler sieht zudem Chancen in der Künstlichen Intelligenz: Deutschland verfüge über keinen zweiten Markt weltweit mit einem derart vielfältigen und tief gestaffelten industriellen Mittelstand. Siemens-Chef Roland Busch bezeichnete industrielle KI als Jahrhundertchance für Deutschland.
Auch aus der Finanzbranche kommt Zuspruch: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing erklärte seine Bereitschaft, in Deutschland zu investieren, sofern verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen bestehen. Eine Befragung der Deutschen Bank zeigt laut dem Institut großes internationales Interesse an Investitionen in Europa und Deutschland.
Was Unternehmen und Beschäftigte jetzt wissen sollten
Merz forderte den deutschen Mittelstand auf, seine Datenbestände besser zu nutzen. Finanzminister Lars Klingbeil kritisierte, Deutschland trete bei der Standortwahl oft zu bescheiden auf, obwohl das Land als drittgrößte Volkswirtschaft, stabiler Rechtsstaat und mit gut ausgebildeten Wissenschaftlern punkten könne.
Für Beschäftigte bedeutet das: Die Debatte um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren ist noch nicht entschieden, ebenso wenig die konkrete Ausgestaltung der Arbeitsmarktgesetze. Wer von diesen Reformen betroffen sein könnte, sollte die Beratungen im Koalitionsausschuss in der kommenden Woche verfolgen.
Wie es mit Made for Germany weitergeht
In rund drei Wochen findet der nächste große Investitions-Gipfel der Initiative Made for Germany in Berlin statt. Dort dürfte sich zeigen, ob die angekündigten Reformen bei Arbeitsmarkt, Rente und EU-Binnenmarkt die Investitionsbereitschaft der beteiligten Unternehmen weiter stärken.



