Künstliche Intelligenz gilt im Onlinehandel längst als Standardvokabel. Belastbare Aussagen darüber, wo sie im Tagesgeschäft tatsächlich Wirkung entfaltet, sind hingegen selten. Das österreichische Unternehmen Emperia E-Commerce um Gründer Benjamin Grimus verortet den Nutzen sehr konkret: in der Produktrecherche, in der Kennzahlenanalyse und in der Standardisierung wiederkehrender Abläufe. Der Anspruch dahinter ist weniger spektakulär, als es die Branchenrhetorik nahelegt. Es geht darum, den Aufbau einer Marke im E-Commerce berechenbarer zu machen.
KI-gestützt statt Bauchgefühl: Wo der Hebel im Onlinehandel liegt
Wer im Onlinehandel scheitert, scheitert selten an der Technik. Meist beginnt der Fehler früher, bei der Auswahl des Produkts. Genau an dieser Stelle setzt Emperia E-Commerce KI-gestützte Verfahren ein: Marktdaten, Wettbewerbsdichte, Preisspannen und Nachfrageentwicklung werden systematisch gegeneinander gestellt, bevor überhaupt ein Euro in Werbung fließt. Was früher wochenlanges Durchklicken bedeutete, verdichtet sich so auf eine überschaubare Zahl belastbarer Kandidaten. Benjamin Grimus formuliert den Unterschied nüchtern: Die KI ersetze keine Entscheidung, sie verkürze lediglich den Weg dorthin und mache sie überprüfbar. Der zweite Anwendungsbereich liegt in der laufenden Kennzahlenanalyse: Werbekosten pro Bestellung, Deckungsbeiträge, Retourenquoten und Wiederkaufraten werden fortlaufend beobachtet, statt am Monatsende rückblickend interpretiert zu werden.
Brandshipping als Gegenentwurf zum klassischen Dropshipping
Der Begriff Brandshipping beschreibt bei Emperia E-Commerce eine bewusste Abkehr von dem Modell, das die Branche zwischen 2018 und 2020 geprägt hat. Damals genügte es vielen Anbietern, austauschbare Ware über Fernost-Plattformen zu beziehen und mit Lieferzeiten von drei bis vier Wochen zu verkaufen. Grimus, der selbst mehr als acht Jahre Erfahrung mit Online-Shops gesammelt hat, sah dieses Vorgehen früh als Auslaufmodell. Steigende Werbekosten lassen sich nur über Wiederkäufe und Markenbindung auffangen, und beides entsteht nicht bei minderwertiger Ware. Brandshipping verbindet daher schnelle Lieferwege über geprüfte Händler mit einem konsistenten Markenauftritt: eigenes Design, eigene Positionierung, eigene Kundenkommunikation. Die Dropshipping-Alternative zielt damit auf eine Marke, die auch dann noch Bestand hat, wenn ein einzelnes Produkt seinen Zyklus durchlaufen hat.
Vom Sportartikel zur Methode: Markenaufbau als erlernbares Handwerk
Die Herkunft dieser Denkweise ist ungewöhnlich. Benjamin Grimus war ab dem Alter von 13 Jahren aktiver Athlet im Stunt-Scooter-Bereich, ab 16 Jahren mit Sponsoren im Rücken. Ein Fußbruch mit anschließender Operation im Jahr 2017 markierte den Einschnitt und den Anstoß, sich ein tragfähiges Geschäft aufzubauen. Nach Ausflügen in Trading, Krypto und Affiliate-Marketing blieb der Onlinehandel. 2021 gründete er gemeinsam mit dänischen Geschäftspartnern die Sportmarke „Bgseakk Magnetit“, die inzwischen achtstellige Umsätze erreicht und deren Produkte seinen Namen tragen. Aus dieser Erfahrung, Positionierung, Sortimentsaufbau, Skalierung eines physischen Produkts, speist sich die heutige Arbeitsweise. Markenaufbau ist für ihn kein Marketingbegriff, sondern eine Abfolge von Entscheidungen, die sich dokumentieren und wiederholen lassen.

Ein zweites Standbein online aufbauen
Die Zielgruppe von Emperia E-Commerce besteht überwiegend aus Angestellten zwischen 20 und 40 Jahren, die neben dem Hauptberuf ein zweites Einkommen aufbauen wollen. Für diese Gruppe ist nicht Geschwindigkeit die entscheidende Größe, sondern Struktur: Der Shop wird weitgehend vorbereitet übergeben, Händler- und Lieferantenkontakte werden vermittelt, die Produktrecherche findet gemeinsam statt. Über 250 Klientinnen und Klienten wurden bislang begleitet, darunter Justin, ursprünglich Tennistrainer, der innerhalb von rund drei Monaten einen profitablen Onlineshop aufbaute, sowie Daniel, der aus einem klassischen Angestelltenverhältnis kam und sein Geschäft heute hauptberuflich und ortsunabhängig mit drei bis vier Arbeitsstunden täglich führt. Beide Werdegänge sind in ausführlichen Videointerviews dokumentiert. Grimus selbst warnt vor Ungeduld: Marken entstehen über Monate und Jahre, nicht über Nacht. Wer diesen Zeithorizont akzeptiert, arbeitet konzentrierter an den wesentlichen Aufgaben.
Nebenberuflicher Einstieg als neuer Normalfall im DACH-Raum
Für die kommenden Jahre erwartet Benjamin Grimus zwei parallele Entwicklungen. KI wird im operativen Onlinehandel vom Experiment zum Standardwerkzeug, von der Recherche über Inhalte bis zur Optimierung von Kampagnen und Kundenservice. Und der nebenberufliche Einstieg verliert seinen Ausnahmecharakter: KI-E-Commerce wird zunehmend als planbarer Zweitweg zur finanziellen Unabhängigkeit betrachtet, nicht als riskantes Vollzeitvorhaben. Das verändert auch die Anforderungen an Anbieter, denn Theorie allein reicht dann nicht mehr aus. Gefragt sind Partnerschaften mit konkreter Umsetzungsverantwortung. Emperia E-Commerce will in den kommenden fünf Jahren weitere 250 Personen beim Aufbau eines eigenen Onlineshops begleiten und die eigenen Markenaktivitäten international ausweiten.
Weiterführende Informationen zur KI-Brandshipping-Methode und zum Partnerschaftsmodell finden Interessierte unter partnerschaft.emperia-ecommerce.de.
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