In den letzten Jahren hat sich eine ziemlich coole Sammelleidenschaft global entfacht – die Welt ist im Labubu-Fieber. Die kleinen grinsenden Monsterfiguren aus China sind längst kein bloßes Kinderspielzeug mehr, sondern echte Kultobjekte, die auf Auktionen teilweise für fünfstellige Beträge gehandelt werden. Aber wie kam es eigentlich dazu, dass gerade diese knuffigen, teils schrägen Monsterfiguren eine solche Fanbase gewinnen konnten? Und was steckt hinter dem Erfolg eines solchen Sammelhypes?
Labubu: Die Monster, die alle Herzen erobern
Labubu ist eine kreischbunte Figur, die auf den ersten Blick wie ein kleines Monster mit großen Augen, spitzen Zähnen und einem, wenn man so will, charmanten Grinsen wirkt. Ursprünglich entworfen wurde Labubu schon 2015 vom niederländischen Künstler Kasing Lung. Doch erst als der chinesische Spielzeugriese Pop Mart 2019 das Design übernahm und begann, die Figuren massenhaft zu produzieren und strategisch zu vermarkten, begann der wahre Siegeszug.
Das Besondere an Labubu: Jede Figur ist ein Unikat, zumindest im Design. Es gibt unzählige Varianten, von knallbunten, leuchtenden Modellen bis hin zu limitierten Special Editions mit ganz besonderen Merkmalen. Dieses ständige Neuerschaffen macht Labubu spannend – wer sammelt, will immer das nächste, seltenere Monster haben.
Der Unterschied zu Lafufu – zwei Welten, ein Hype
Oft werden Labubu und Lafufu in einem Atemzug genannt, denn beide stammen aus der kreativen Pop Mart-Welt und teilen die Monster-Thematik. Trotzdem gibt es einige klare Unterschiede, die sie einzigartig machen:
Labubu wirkt meist etwas frecher und maskuliner, mit einem breiten Grinsen, spitzen Zähnen und einer wilden Mischung aus Farben und Mustern. Er sieht aus wie ein kleines Monster, das zum Scherzen aufgelegt ist – eine Figur, die Coolness und verspielte Aggressivität kombiniert.
Lafufu dagegen ist das sanftere Pendant. Die Figur hat oft rundere, weichere Formen, wirkt fast kuscheliger und kindlicher. Sein Design setzt mehr auf Niedlichkeit als auf Coolness, mit großen, treuen Augen und weniger spitzen Zähnen. Lafufu ist quasi der sympathische Sidekick von Labubu – weniger rebellisch, mehr Herzenswärme.
Während Labubu vor allem Sammler anzieht, die es wild, bunt und aufregend mögen, ist Lafufu oft bei jüngeren Kids oder Fans von „cute culture“ extrem beliebt. Beide Figuren sind Teil derselben Pop Mart-Familie, aber bedienen unterschiedliche Geschmäcker und Sammelstile – was die Marke insgesamt noch vielseitiger und erfolgreicher macht.

Warum sind Labubus so beliebt?
Der Labubu-Hype hat verschiedene Gründe, die zusammen eine perfekte Sammel-Welle bilden:
1. Das Design – einzigartig und anziehend
Die Monsterfiguren sind clever gestaltet: Sie wirken gleichzeitig freundlich und frech, sind bunt und auffällig und sprechen eine große Altersgruppe an. Das Design ist unverwechselbar, sodass man Labubu sofort erkennt und sich emotional verbunden fühlt. Durch die verschiedenen Editionen bleibt es spannend.
2. Künstliche Verknappung
Pop Mart nutzt eine kluge Marketingstrategie: Labubus werden absichtlich limitiert produziert. Das heißt, nicht jeder bekommt alles. Diese künstliche Verknappung erzeugt bei Sammlern das Gefühl, etwas besonders Wertvolles zu besitzen – und steigert den Sammlerdrang immens.
3. Der Community-Effekt
Wie bei anderen Sammlerobjekten gibt es eine riesige Online-Community rund um Labubu. Foren, Instagram, TikTok und sogar spezielle Sammlertreffen sorgen dafür, dass der Austausch über die neuesten Editionen, Tauschgeschäfte und Auktionen immer weiter angeheizt wird. Diese Vernetzung macht das Sammeln zu einem sozialen Erlebnis.
4. Die Nostalgie und das Kindheitsgefühl
Viele Erwachsene erinnern sich an eigene Sammelleidenschaften wie Panini-Sticker, Yu-Gi-Oh! Karten oder Gogos. Labubu spricht genau dieses Gefühl an – das Sammeln als Spiel, als Jagd nach dem Besonderen, als Teil einer großen Geschichte. So bleibt der Spaß generationsübergreifend erhalten.
5. Die Globalisierung des Trends
Während viele Sammeltrends regional begrenzt blieben, ist Labubu dank moderner Kommunikationsmittel und einer starken Online-Präsenz sofort weltweit sichtbar. Fans aus Moskau, New York, Tokio oder Berlin tauschen sich aus, jagen gemeinsam neuen Figuren hinterher und treiben die Preise nach oben.
6. Investitionsobjekt für Sammler und Spekulanten
Was früher oft nur ein Spiel war, ist heute auch eine Art Geldanlage. Manche Labubu-Figuren erzielen bei Auktionen teils fünfstellige Preise – und damit liegen sie in der Liga teurer Sammlerobjekte wie seltene Kunstwerke oder hochwertige Uhren. Das sorgt dafür, dass nicht nur Liebhaber, sondern auch Spekulanten den Hype anheizen.
Labubu erobert die Welt – und sogar die Dessert-Teller
Ein weiteres Zeichen für den enormen Erfolg von Labubu: In Moskau werden mittlerweile sogar Desserts in Form der Monster serviert. Das zeigt, wie tief der Hype inzwischen in der Popkultur verankert ist. Labubu ist kein simpler Spielzeugtrend mehr, sondern hat sich zur Ikone entwickelt.
Die Mechanik hinter einem Sammelhype
Labubu illustriert perfekt, wie ein Sammelhype funktioniert: Ein unverwechselbares Produkt wird in begrenzter Auflage produziert, immer wieder durch neue Varianten ergänzt und strategisch in einer Community platziert, die sich gegenseitig anheizt. Dieses Erfolgsrezept gab es schon bei Panini, Yu-Gi-Oh!, Funko Pops oder Beanie Babies. Doch Labubu bringt durch sein modernes Design und die smarte digitale Vernetzung einen neuen Twist.



