Wohnungsbau: Stimmung steigt, Bauen in Österreich teurer

Rohbau eines Mehrfamilienhauses mit Baukran und Gerüst
Symbolbild (KI-generiert)
Inhaltsverzeichnis

Im Wohnungsbau hellt sich die Stimmung auf, die Zahl der Baugenehmigungen liegt klar über dem Vorjahr. Doch Aufträge fehlen weiterhin, und in Österreich steigen die Baukosten spürbar. Ein Überblick über die Lage am Bau in beiden Ländern.

Stimmung besser, Auftragsbücher noch dünn

Das Geschäftsklima im deutschen Wohnungsbau hat sich im August deutlich verbessert. Wie das ifo Institut am 16. September mitteilte, stieg der Index von minus 29,0 auf minus 22,7 Punkte. Getragen wurde der Anstieg fast ausschließlich von den Erwartungen, die von minus 35,6 auf minus 23,3 Punkte kletterten. Die aktuelle Geschäftslage bewerteten die Unternehmen dagegen unverändert und weiterhin eher unzufrieden.

Die Probleme sind damit längst nicht gelöst. 41,3 Prozent der befragten Betriebe klagten über zu wenige Aufträge, ein kaum veränderter Wert. 13,4 Prozent berichteten von stornierten Projekten, nach 13,1 Prozent im Juli. Entspannt hat sich dagegen die Materialversorgung: Nur noch 2,9 Prozent der Firmen meldeten Engpässe, im Juli waren es 8,5 Prozent. Das ifo Institut wertet die bessere Stimmung vor allem als Vorschuss auf die Zukunft. Entscheidend sei, dass aus genehmigten Projekten tatsächlich Aufträge werden.

Baugenehmigungen: Jahresplus von fast 13 Prozent

Die Hoffnung stützt sich auf die Genehmigungszahlen. Laut Statistischem Bundesamt wurden im Juli 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Monat fiel damit allerdings deutlich schwächer aus als der Juni, für den Destatis noch ein Plus von 13,8 Prozent gemeldet hatte. Im Neubau lag das Plus im Juli bei nur 0,8 Prozent, Umbauten im Bestand legten um 7,0 Prozent zu.

Über die ersten sieben Monate betrachtet ist der Trend klar positiv:

  • 148.800 genehmigte Wohnungen von Januar bis Juli, ein Plus von 12,9 Prozent
  • davon 121.200 Wohnungen in neuen Wohngebäuden, plus 13,5 Prozent
  • Mehrfamilienhäuser: plus 15,1 Prozent
  • Einfamilienhäuser: 27.900 Wohnungen, plus 9,7 Prozent
  • Zweifamilienhäuser: 8.900 Wohnungen, plus 25,0 Prozent

Wichtig für die Einordnung: Eine Genehmigung ist noch kein Baubeginn. Zwischen Bescheid und erstem Spatenstich vergehen oft Monate, manche Projekte werden nie umgesetzt.

Österreich: Bauen bleibt teurer

In Österreich rückt vor allem die Kostenseite in den Blick. Nach vorläufigen Daten von Statistik Austria vom 15. September lagen die Kosten im Wohnhaus- und Siedlungsbau im August um 5,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Im Tiefbau fiel der Anstieg noch stärker aus: Straßenbau plus 8,2 Prozent, Brückenbau plus 6,6 Prozent, Siedlungswasserbau plus 7,1 Prozent. Gegenüber Juli stiegen die Kosten in allen Sparten leicht, im Wohnbau um 0,1 Prozent.

Der Blick auf die Monatswerte zeigt, woher der Schub kam. Im Frühjahr zogen die Baukosten innerhalb weniger Monate kräftig an, allein im Mai stieg der Index für den Wohnbau um 1,9 Prozent. Seitdem hat sich die Entwicklung auf hohem Niveau stabilisiert. Der Baukostenindex erfasst Material, Energie, Transport, Löhne und Maschineneinsatz der Baufirmen. Er ist nicht mit dem Baupreis gleichzusetzen, den Bauherren am Ende zahlen, dient aber häufig als Grundlage für Wertsicherungsklauseln in Bauverträgen.

Was Bauherren jetzt beachten sollten

Für private Bauherren in beiden Ländern ergibt sich ein gemischtes Bild. Die Nachfrage zieht wieder an, freie Kapazitäten bei Baufirmen sind derzeit aber noch vorhanden, weil vielen Betrieben Aufträge fehlen. Wer ein Projekt plant, sollte mehrere Angebote einholen und genau prüfen, ob und wie Preisgleitklauseln vereinbart sind. In Österreich lohnt sich ein Blick auf die Indexbindung, da steigende Baukosten sich über solche Klauseln direkt auf die Endabrechnung auswirken können.

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