Tesla verschärft Preiskampf

Logo von Tesla über einem Eingang auf blauem Glas
Jeremy Moeller/Getty Images Entertainment via Getty Images
Inhaltsverzeichnis

Tesla musste reagieren, da die Nachfrage nach Elektroautos schwächelte. Die Konkurrenz am Markt wird immer stärker und auch die Rabatte erhöhen sich kontinuierlich. Experten gehen davon aus, dass sich eine Preisschlacht zwischen den großen Anbietern abzeichnet.

Tesla senkt Preise

In Deutschland senkt Tesla die Preise für verschiedene Varianten seines Model Y. Die teuerste Ausführung „Performance“ kostet derzeit statt rund 61.000 nur noch knapp 56.000 Euro. „Long Range“, das Modell mit der größten Reichweite, verbilligt sich von rund 55.000 auf 50.000 Euro. Diese Maßnahme deutet darauf hin, dass Tesla auf die Nachfrageschwäche bei Elektroautos und die Rabatte der Konkurrenz reagiert.

Herausforderung für die Branche

„Die Preisnachlässe von Tesla sind definitiv schlechte Nachrichten für die ganze Branche“, kommentiert Matthias Schmidt, Autoexperte und Gründer der Branchenberatung Schmidt Automotive. „Zweifellos bahnt sich eine Preisschlacht an, die der in China vom vergangenen Jahr gleicht.“ Dies weist darauf hin, dass sich ähnliche Entwicklungen wie in China, wo Tesla bereits mehrfach die Preise gesenkt hat, auch in anderen Märkten abzeichnen könnten.

Reaktion von VW auf Preiserhöhung von Tesla

Weltweit liegt ein Fokus im Jahr 2024 darauf, sicherzustellen, dass Tesla für mehr Menschen noch zugänglicher wird, erklärte VW in einer Mitteilung. Tesla wolle die „Effizienzgewinne“ an die Kundschaft weitergeben und „die besten Produkte noch erschwinglicher machen“. Volkswagen reagierte bereits auf Teslas Preissenkungen, indem es eine „Umweltprämie“ einführte, die seine Elektroautos ID.4 und ID.5 bis Ende März um bis zu 7.700 Euro verbilligt.

Lasttanker von BYD. Davor viele Autos mit einer weißen Folie bedeckt
Costfoto/NurPhoto via Getty Images

Neues Budget-Modell von BYD entdeckt

Auch der chinesische Elektroauto-Hersteller BYD geht in die Offensive. Bereits am 11. Januar 2024 hatte BYD zunächst seine kompakten und mittelgroßen Modelle Atto 3, Dolphin und Seal in Deutschland je nach Modell und Variante um 2.500 bis 7.000 Euro billiger gemacht. „Mit diesem Schritt sorgt BYD dafür, dass moderne und emissionsfreie Elektroautos einer breiten Kundenschicht zugänglich bleiben und Kunden ihre Kaufentscheidung nicht von volatilen Subventionen abhängig machen müssen“, kommentierte BYD diese Maßnahme.

BYD auf dem Vormarsch

Über lange Zeit war Elektroautopionier Tesla unangefochtener Weltmarktführer, doch inzwischen holt die Konkurrenz und vor allem BYD auf. Zwar hat der US-Autobauer über das komplette Jahr 2023 gesehen noch die Nase vorn, doch im vierten Quartal 2023 konnten die Chinesen den Musk-Konzern überholen. Obwohl Tesla im Schlussquartal 484.507 Autos auslieferte und damit einen neuen Rekord verzeichnete, kam BYD im selben Zeitraum sogar auf 525.409 Fahrzeuge, was ebenfalls einen Auslieferungsrekord für das Unternehmen darstellte.

EU auf Konfrontationskurs mit China

Angesichts des Vormarsches chinesischer Hersteller wie BYD läuten in der EU inzwischen die Alarmglocken. So zeigte sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im September besorgt, weil die Weltmärkte „mit billigeren chinesischen Elektroautos überschwemmt“ würden. Angesichts dessen kündigte sie vor dem EU-Parlament eine Untersuchung an, denn „der Preis dieser Autos wird durch riesige staatliche Subventionen künstlich gedrückt. Das verzerrt unseren Markt“, sagte die EU-Politikerin. Durch dieses Vorgehen könnten sich die Spannungen zwischen China und der EU in den kommenden Jahren stark verschärfen. China jedenfalls hat auf die angekündigte Untersuchung bereits vorsorglich Vergeltung geübt und die Ausfuhr seltener Rohstoffe eingeschränkt.

Glaskugel auf schwarzem Sand. In der unteren Hälfte sieht man gespiegelte Wolken. In der oberen Hälfte gespiegelten Sand von einem Strand.

Zukunftsausblick für Tesla und BYD

Die Senkung der Preise durch Tesla und die Reaktionen der Konkurrenz deuten somit auf eine bevorstehende Preisschlacht hin. Dies könnte zu weiteren Preisnachlässen und einem intensiven Wettbewerb auf dem Elektroautomarkt führen. Experten warnen vor den Auswirkungen einer solchen Preisschlacht auf die Profitabilität der Unternehmen und betonen die Bedeutung einer nachhaltigen Strategie in diesem umkämpften Markt.

Fazit: Elektroautos werden erschwinglicher, aber der Wettbewerb intensiviert sich. Insgesamt deuten die Preissenkung von Tesla und die Reaktion der Konkurrenz darauf hin, dass Elektroautos zunehmend erschwinglicher werden, aber gleichzeitig der Wettbewerb auf dem Markt stärker wird. Die Zukunft wird zeigen, wie sich diese Entwicklung auf die Branche und die Verbraucher auswirken wird.

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