Wie entwickelt sich der Online-Handel?

Inhaltsverzeichnis

Das Marktvolumen scheint endlos groß. Im Jahr 2021 liegt der Umsatz im B2C-E-Commerce in Deutschland bei knapp 87 Milliarden Euro. Im Jahr 2022 bei gigantischen 97 Milliarden Euro. Damit zählt der Online-Handel zu den klaren Gewinnern der Corona-Krise. Doch alle Online-Händler haben die Gründungsphase nicht überlebt. Das Jahr 2023 wird reinigend wirken. Die großen werden überleben, die kleinen müssen es schaffen, sich in Nischen zu positionieren. Wer keines von beiden schafft, wird zukünftig nicht mehr am Markt – zumindest nicht online – auffindbar sein. Wohin gehen die Entwicklungen?

Nicht alles läuft gut!

Der Spielwaren-Onlinehändler Mytoys musste schließen und Experten sind der Meinung, dass noch weitere Pleiten folgen werden. Zalando entlässt Mitarbeiter, Peek & Cloppenburg schloss das Jahr 2022 mit Verlusten in Millionenhöhe ab. Ist der Aufschwung im E-Commerce vorbei, den wir durch die Pandemie erlebt haben? Werden die Konsumenten wieder bewusster und kaufen beim „Händler ums Eck“ ein oder haben wir uns so sehr an die Vorzüge von 24/7-Shopping und dem unfassbar großen Sortiment gewöhnt, dass der Online-Handel nicht aufzuhalten ist und noch weiter boomt?

Online Handel Entwicklung

Ein kurzer Rückblick:

Der 11. August 1994 ist der Tag der ersten Transaktion in einem Onlineshop. Nicht einmal 20 Jahre ist das her. Heute boomen vor allem die Entwicklungen im E-Commerce aufgrund der künstlichen Intelligenz, die Konsumenten zum Beispiel in deren Kaufverhalten analysiert und die Sprachassistenten, mit deren Hilfe sogar bei Amazon schon bestellt werden kann. Die Entwicklungen im E-Commerce schreiten ständig voran. Mittlerweile kaufen rund 90% der Deutschen mindestens einmal pro Jahr online ein. Die beliebtesten Warengruppen sind

  • Kleidung und Technik
  • Freizeit & Hobby
  • Wohnen & Einrichten
  • Gesundheit & Wellness

Die meisten Käufer sind zwischen 14 und 39 Jahren alt. Doch auch die ältere Generation kauft bereits online ein. Sogar über 6% der gesamten Online-Kunden in Deutschland sind über 70 Jahre alt. In Summe sind es knapp 69 Millionen Menschen, die das 24/7-Shoppen als attraktiv empfinden. Neben den oben genannten Branchen spielen aber auch B2B-Branchen eine große Rolle. Immer mehr Industrie-Unternehmen digitalisieren ihr Geschäftsmodell und verlagern beispielsweise den traditionellen Verkauf hin zu einem eigenen Onlineshop. Beispiele sind Schraubenhändler, Schaltschrank-Hersteller oder Baumaschinen-Ersatzteilhändler.

Der Online-Handel und Amazon

Ist das nicht bald das gleiche? Diese Frage darf zurecht gestellt werden, denn die Entwicklungen gehen stark dahin. Wir alle tragen mit unserem Kaufverhalten dazu bei, dass Amazon täglich wächst und wächst und wächst.

Jeff Bezos hat Amazon gegründet und damit den größten Online-Händler der Welt geschaffen. Das Sortiment von Amazon ist heute nicht mehr zu überblicken. Google leidet auch unter Amazon. Viele benutzten Amazon bereits als Suchmaschine. Um Amazon brauchen wir uns also keine Sorgen zu machen.

Die Entwicklungen sind sehr unterschiedlich

In den letzten Jahren sind die Zahlen des Online-Handels permanent nach oben gegangen. Als die Geschäfte von einem Tag auf den anderen geschlossen waren, sind viele geschäftstüchtige Unternehmer auf den Online-Handel umgestiegen und haben ihre Produkte über diese Plattform angeboten. Die Shops wachsen wie „Schwammerl“ aus der Erde. Viele Fehler sind dabei auch passiert, doch wirtschaftlich war es in den letzten Jahren so ein Ausnahmezustand, dass diese Fehler zu Beginn nicht aufgefallen sind. Die Kunden wissen nicht, womit sie rechnen dürfen. Die Kostenstrukturen sind nicht effizient.

All das schafft Probleme

Speziell Start-ups konnten schnell Erfolge verweisen und sind dadurch über-euphorisch geworden. Die Strukturen und Prozesse wurden nicht an die neue Größe und damit die neuen Erfordernissen angepasst. Es entstanden gravierende Ineffizienzen. Die Schnelligkeit stand im Vordergrund – getreu dem Motto „einfach mal anbieten“. Doch diese Handlungsweise müssen jetzt viele Online-Händler auch teuer bezahlen. In den letzten Wochen kam es vermehrt zu Meldungen, dass es zu Schließungen kommt. Auch Zalando musste bereits hunderte Mitarbeiter entlassen. Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren staatliche Zuschüsse bekommen. Ängste entstehen bei einigen, wenn sie an die Erstellung ihrer Steuererklärung denken.

Online Handel schlechte Entwicklung

Für viele geht’s bergab

Experten erwarten, dass es mit dem Online-Handel weiter bergab gehen wird. Die Unternehmen, die durch die Pandemie einen Aufschwung erlebt haben, verzeichnen ziemliche Geschäftseinbußen. Viele sind unprofitabel geworden und müssen ihre Geschäftstätigkeit einstellen. Es werden nur wenige übrig bleiben. Die starken Unternehmen haben jedoch die Chance, weiter zu wachsen und noch profitabler zu werden. Experten gehen davon aus, dass diese „Reinigung des Marktes“ notwendig ist.

Trends im Online-Handel

Der Begriff der Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung, auch die Diversität wird vor allem für die jüngeren Konsumenten immer wichtiger. Auch die Nutzung der Smartphones wird im Bereich Mobile Commerce verstärkt eingesetzt und Aktionstage sind für viele sehr attraktiv und werden gerne genutzt. Anzuführen sind natürlich der Black Friday und Cyber Monday. Besonders wichtig sind Marktplätze geworden. Hier vereinen sich Produkte aller Formate. Immer mehr stationäre Händler nutzen Marktplätze, um im Onlinehandel zu bestehen. Ein eigener Webshop zahlt sich nur für wenige aus. Unternehmen können sich auch regional erfolgreich selbständig machen. Wichtig zu beachten sind dabei natürlich die Gründungskosten, die im Vergleich zum Online-Handel höher zu berechnen sind.

Traurigerweise lautet die Prognose, egal wie schlecht es im Online-Handel läuft, im stationären Handel läuft es noch schlechter.

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