Chiara Ferragni: Das Image der Unternehmerin ist angekratzt

Chiara Ferragni posiert vor Werbewand
Stefania D'Alessandro/Getty Images Entertainment via Getty Images
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Die Fassade der bekannten italienischen Influencerin und Unternehmerin Chiara Ferragni bröckelt derzeit. Grund dafür ist der Verdacht auf Kundentäuschung.

Im Ferragni-Imperium geht es derzeit turbulent zu. Erste Unternehmen distanzieren sich von der Pionierin des Influencer-Marketings, Chiara Ferragni. Die Italienerin hatte zunächst versprochen, Erlöse für kranke Kinder zu spenden. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Geld stattdessen in ihre eigene Tasche floss.

Chiara Ferragni beteuert „Kommunikationsfehler“

Chiara Ferragni (36), eine der einflussreichsten Influencerinnen, präsentiert auf Instagram einen Glamour und neuen Reichtum, der seinesgleichen sucht. In ihren über 17.000 Posts und zahlreichen Instagram-Stories gewährt die Selfmade-Millionärin ihren etwa 30 Millionen Followern regelmäßig Einblicke in ihr luxuriöses Leben.

In den letzten Tagen ist es jedoch überraschend still auf dem Kanal der führenden Influencerin geworden. Ihr neuester Beitrag zeigt eine ungewohnte Seite von Chiara Ferragni, wie sie von ihren Fans selten gesehen wird. In einem grauen Schlafanzug und mit tiefen Augenringen präsentiert sie sich in ihrem letzten Beitrag, in dem sie mit Tränen in den Augen einen „Kommunikationsfehler“ in ihrer Muttersprache bedauert. In einem knapp zweiminütigen Video versucht die Influencerin verzweifelt, einen Vorfall aufzuklären, der seit Tagen für erhebliche Aufregung und Unmut in den sozialen Medien sorgt.

Wettbewerbsbehörde ermahnt Ferragni

Der Hintergrund für den Aufruhr ist, dass die italienische Wettbewerbsbehörde die Unternehmen Fenice und TBS Crew von Chiara Ferragni, über die sie sich selbst und ihre Marken vermarktet, zu einer Zahlung von einer Million Euro verpflichtet hat. Dies geschah aufgrund von vorgeworfenen „unlauteren Geschäftspraktiken“. So habe die Influencerin den Eindruck erweckt, mit dem Verkauf eines beworbenen Kuchens und ihrer Social-Media-Beiträge Spenden für die Behandlung von krebskranken Kindern in einem Krankenhaus in Turin zu sammeln. Stattdessen habe Ferragni das Geld angeblich jedoch selbst eingesteckt.

Tatsächlich hatte das Unternehmen bereits vor dem Verkaufsstart des „Pandoro Pink Christmas“, einem von Chiara Ferragni für den Süßwarenhersteller Balocco entworfenen traditionellen italienischen Weihnachtskuchen, dem Regina-Margherita-Krankenhaus eine vorab festgelegte Summe von 50.000 Euro gespendet. Dies erfolgte, wie von der Behörde angegeben. Der Kuchen kam im November 2022 auf den Markt.

Traditioneller Pandoro wird mit Zucker bestreut

Geldstrafen aufgrund von Kundentäuschung

Die Täuschung der Kunden wurde durch den erheblich höheren Preis des „Pandoro Pink Christmas“ im Vergleich zu einem normalen Pandoro hervorgehoben. Statt der üblichen 3,70 Euro wurde der Kuchen für 9 Euro verkauft. Fenice wurde zu einer Strafe von 400.000 Euro verurteilt, während TBS Crew 675.000 Euro zahlen muss. Balocco erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 420.000 Euro.

Mehrere Kampagnen unter Verdacht

In ihrem Entschuldigungsvideo gab Chiara Ferragni bekannt, dass sie die verhängte Summe anfechten werde. Sie versprach zudem, in Zukunft gemeinnützige und kommerzielle Aktionen strikt zu trennen. Außerdem beabsichtigt sie, eine Million Euro an das Regina-Margherita-Krankenhaus zu spenden.

Jedoch wurde nur wenige Stunden nach ihrer offiziellen Entschuldigung bekannt, dass die Unternehmerin und Influencerkönigin bereits in den Jahren 2021 und 2022 eine ähnliche Wohltätigkeitsaktion mit Schoko-Ostereiern durchgeführt hatte. Damals hatte sie damit geworben, den Erlös aus den Osterleckereien einem Verein zugutekommen zu lassen, der sich um autistische Kinder kümmert. Laut mehreren Medienberichten erhielt der Verein jedoch in beiden Jahren nur 36.000 Euro, während Ferragni insgesamt 1,2 Millionen Euro vom Hersteller kassierte. Aufgrund von „exorbitanten Forderungen“ kam es in diesem Jahr zu keiner weiteren Zusammenarbeit mit der Influencerin, wie der Geschäftsführer des Vereins der Presse gegenüber mitteilte.

Erste namhafte Unternehmen distanzieren sich

Infolge dieser Enthüllungen distanzieren sich nun einige Unternehmen von der Influencerin. Der italienische Brillenhersteller Safilo hat beispielsweise bereits am Donnerstag den Lizenzvertrag mit Chiara Ferragni gekündigt. Der mehrjährige Vertrag über das Design, die Produktion und den Vertrieb von Brillen der Marke Chiara Ferragni wurde aufgrund von „Verletzungen vertraglicher Verpflichtungen durch die Markeninhaberin“ beendet, so die Ankündigung des Brillenkonzerns.

Wie Chiara Ferragni den Kuchen-Skandal wieder gut machen will? Vorerst so: „Mein Fehler war es, in gutem Glauben eine kommerzielle Aktivität mit einer solidarischen zu verbinden. Leider können Fehler passieren. Es tut mir leid, dass ich das getan habe, und ich sehe ein, dass ich besser aufpassen hätte können.“

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