Die Rheinmetall AG und ihre Strategie bis 2026

Logo der Rheinmetall AG darunter Defence
Geem Drake/SOPA Images/LightRocket via Getty Images
Inhaltsverzeichnis

Die Rheinmetall AG strebt bis zum Jahr 2026 an, ihre Umsätze jährlich um 20 % zu steigern. Diese ambitionierte Zielsetzung wird durch verschiedene strategische Schritte verfolgt, darunter die Abstoßung des Kleinkolbengeschäfts. Der Konflikt in Russland und der Ukraine hat dem Unternehmen bedeutende Aufträge beschert und treibt das Umsatzwachstum voran.

Die Rheinmetall AG und ihre wirtschaftliche Entwicklung

Die Rheinmetall AG operiert in den Sektoren Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie sowie als Automobilzulieferer. Bisher gliederte sich der Konzern in die Bereiche Vehicle Systems, Weapons and Ammunition, Electronic Solutions, Sensors and Actuators sowie Materials and Trade. Mit weltweit rund 25.500 Mitarbeitern ist das Unternehmen an verschiedenen Standorten präsent. Im März 2023 wurde das Unternehmen in den Deutschen Aktienindex DAX aufgenommen.

Der Umsatz der Rheinmetall AG stieg von 2013 bis 2019 kontinuierlich an. 2020 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzrückgang um rund 850 Millionen Euro. Das Jahr 2022 brachte positive Änderungen. Der Umsatz im Jahr 2022 belief sich auf 6,41 Milliarden Euro. Die folgende Statistik zeigt die Umsatzentwicklung der Rheinmetall AG von 2012 bis 2022.

Statistik: Umsatz der Rheinmetall AG von 2012 bis 2022 (in Millionen Euro)

Rheinmetall in Europa aktiv

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat für die Rheinmetall AG einen bedeutenden wirtschaftlichen Einfluss. Dieser Konflikt hat zu einer starken Nachfrage nach Verteidigungssystemen geführt, was dem Unternehmen beträchtliche Aufträge und Umsatzmöglichkeiten beschert. 

Die erhöhte Nachfrage nach Verteidigungstechnologien wie Kriegsschiffen, Fahrzeugen, Panzern, Flugzeugen, Munition und Schutzkleidung resultiert aus den gestiegenen Verteidigungsbudgets in verschiedenen NATO-Staaten. Dies ist eine direkte Reaktion auf die instabile Lage und die Bedrohung durch den Konflikt in Osteuropa. Rheinmetall, als ein bedeutender Akteur in der Verteidigungsindustrie, profitiert von dieser gesteigerten Nachfrage und kann seine Position in der Branche weiter festigen. Dennoch steht das Unternehmen vor der ethischen Herausforderung, von der gesteigerten Verteidigungsnachfrage in Konfliktsituationen zu profitieren, während es gleichzeitig ethische und humanitäre Grundsätze aufrechterhalten muss.

Viele verschiedene Würfel in weiß und rot. Die weißen haben das Prozentzeichen auf der Oberfläche und die Roten ein X. Die roten Würfel liegen in der Miete. Die weißen Würfel in einer Linie und in drei Linien davon abgehend.

Umstrukturierung im Jahr 2021

Im Jahr 2021 erfolgte eine Umstrukturierung der Rheinmetall AG, bei der die vorherigen Geschäftsbereiche Defence und Automotive in fünf Segmente aufgeteilt wurden. Der Bereich Vehicle Systems erwirtschaftete dabei mit rund 2,27 Milliarden Euro den höchsten Umsatz.

Verkauf von Groß- und Kleinkolbengeschäft

Die Entscheidung, das Groß- und Kleinkolbengeschäft zu veräußern, war ein weiterer wichtiger strategischer Schritt für die Rheinmetall AG. Anfang 2023 verkaufte das Unternehmen sein Großkolbengeschäft an Koncentra Verkstads aus Schweden. Ende 2023 folgte der Verkauf des Kleinkolbengeschäfts an den Investor Comitans.

Comitans plant, das Geschäft mit Kolbenschmidt Pistons, wie es nun firmiert, weiterzuentwickeln und stabile Umsätze von etwa 700 Millionen Euro jährlich zu erzielen. Dabei soll durch Kostensenkungen und Preisverhandlungen mit Abnehmern eine Steigerung erreicht werden.

Verbrennertechnologie in Europa im Wandel

Der Markt für Verbrennertechnologie in Europa hat eine begrenzte Lebensdauer, da ab 2035 nur noch emissionsfreie Pkws zugelassen werden dürfen. Unternehmen wie Eberspächer und Continental passen ihre Unternehmensstrategien an, um alternative Technologien zu entwickeln oder sich von Verbrenner-Komponenten zu trennen.

Rheinmetall als eines der größten Rüstungsunternehmen in Europa

Die Rheinmetall AG ist das größte deutsche Rüstungsunternehmen und erzielte 2022 einen Umsatz von etwa 5,06 Milliarden US-Dollar im Rüstungssegment, wobei der britische Konzern BAE Systems mit rund 25,24 Milliarden US-Dollar der größte Rüstungskonzern in Europa bleibt.

Fazit: Die Rheinmetall AG verfolgt eine ehrgeizige Wachstumsstrategie bis 2026, wobei sie durch den Verkauf des Kolbengeschäfts und die verstärkte Nachfrage nach Verteidigungssystemen infolge geopolitischer Konflikte ihre Position stärkt. Die strategische Anpassung an den sich verändernden Markt für Verbrennertechnologie und die Konsolidierung ihrer Geschäftsbereiche sind weitere wichtige Schritte auf ihrem Weg zu weiterem Erfolg.

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