Ecstasy bald legal? Lykos Therapeutics beantragt Freigabe als Arzneimittel

Schokoladenkugeln in blauer Schachtel, bestreut mit Kakao
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Lykos Therapeutics setzt große Hoffnungen in Ecstasy. Schon bald will das amerikanische Biotechnologieunternehmen die Partydroge als Arzneimittel legalisieren.

In Austin, Texas, wird gerade heiß diskutiert, ob die Wirkstoffverbindung hinter der Partydroge Ecstasy noch in diesem Jahr als Arzneimittel anerkannt werden soll. Das US-Biotechnologieunternehmen Lykos Therapeutics hat einen Antrag gestellt, MDMA zur Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) einzusetzen. Die FDA, die US-Arzneimittelbehörde, wird voraussichtlich bis August über diesen Antrag entscheiden. Zuvor sollen noch Sicherheits- und Wirksamkeitsstudien durchgeführt und veröffentlicht werden.

Legalisierung von Cannabis spielt Milliarden ein

Neben Alkohol gibt es bereits eine weitere Droge, die in derzeit 24 US-Bundesstaaten legal ist: Cannabis. Mit der Legalisierung hat man nicht nur die Konsumenten erfreut, sondern auch einen Milliardenmarkt für junge Unternehmen geschaffen.

Viele gehen daher davon aus, dass die Freigabe weiterer Drogen äußerst lukrativ und nützlich sein könnte. In Austin sind einige Forscher und Investoren außerdem der Meinung, dass die Freigabe kontroverser Substanzen und deren kontrollierter Einsatz auch einen gesundheitlichen Nutzen haben könnte. Psychedelika als verschreibungspflichtiges Medikament oder als gezielte Therapie? Die Nationale Gesundheitsbehörde warnt!

Partykonfetti und zwei Hände, die ein Säckchen voller Herz-Pillen halten

Nationale Gesundheitsbehörde warnt vor hohen Risiken

MDMA, auch bekannt als Ecstasy oder Molly, stammt aus der Familie der Methylendioxyamphetamine und wird seit vielen Jahren als Rauschmittel genutzt. Allerdings wurde die Droge in der Vergangenheit auch experimentell zur Behandlung psychischer Erkrankungen eingesetzt. In den 80er Jahren gewann MDMA dann als Partydroge weltweit Anerkennung. Der Konsum stieg an. Ebenso auch die gesundheitlichen Schäden. Die kleinen, bunten Pillen forderten bereits zahlreiche Todesfälle. Die logische Konsequenz: MDMA wurde offiziell verboten.

Das Nationale Gesundheitsinstitut der USA (NIH) warnt vor einer möglichen Legalisierung und der Verharmlosung der Droge. Zu viele Risiken weise MDMA auf. Angefangen von potenziell lebensbedrohlichen Gesundheitsschäden bis hin zu Nebenwirkungen wie Panikattacken, Bewusstlosigkeit und Krampfanfällen.

Hat MDMA trotz aller Risiken dennoch potenziell heilende Wirkstoffe?

Trotz aller Risiken könnte MDMA laut Legalisierungsbefürworter traumatisierten Personen helfen.

Experten wie Adrienne Jo von der University of Pennsylvania und die Psychiaterin und Buchautorin Julie Holland diskutieren verschiedene Anwendungsformen und Einsatzgebiete von MDMA. Vor allem bei Psychosen, Essstörungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) sei die Wirksamkeit von MDMA laut Studien gegeben und sogar nachgewiesen.

Ähnlich sieht das auch die Anästhesistin und Start-up-Gründerin Divya Chander. Sie betont, dass MDMA und andere Substanzen lange Zeit ein Tabuthema waren, obwohl sie wirksam sind und das Potenzial haben, die Gehirnströme bei Patienten zu verändern.

Drogen-Retreats als Marktnische

Unternehmer Neil Markey setzt sein Vertrauen nicht nur in MDMA, sondern auch in die potenzielle Wirksamkeit anderer Substanzen wie psychoaktive Pilze, bekannt als „Magic Mushrooms“. Sein Unternehmen Beckley Retreats, gegründet gemeinsam mit der britischen Drogenexpertin Amanda Feilding, organisiert spezielle „Retreats“ in Jamaika und den Niederlanden, die darauf abzielen, Vermögende anzuziehen, die nach spirituellen Erfahrungen suchen.

Die Teilnahme an einem dieser Retreats kostet zwischen 5.800 und 8.500 Dollar für einen fünftägigen Aufenthalt. Vor der Teilnahme müssen die Teilnehmer einen vierwöchigen digitalen Vorbereitungskurs absolvieren, um sicherzustellen, dass keine psychischen Vorerkrankungen wie eine bipolare Störung oder eine schizophrene Veranlagung vorliegen.

Höheres Risiko, an Schizophrenie zu erkranken

Fakt ist: MDMA ist und bleibt eine psychoaktive Droge mit vielen Risiken. Es ist daher nur allzu verständlich, dass Suchtexperten vor einer umfassenden Liberalisierung warnen. Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigt zudem, dass auch „weiche“ Drogen wie Cannabis negative Folgen nach sich ziehen können. So wiesen Cannabis-Konsumenten, die mindestens eine psychotische Episode erlebt haben, ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Schizophrenie oder bipolaren Störungen auf. Und zwar insbesondere bei Jugendlichen in Staaten, in denen der Freizeitkonsum von Cannabis legal ist.

Dass US-Investoren vermehrt das enorme Geschäftspotenzial in diesem Bereich sehen, ist nicht weiter verwunderlich. Laut einer Prognose der Analysten von Research and Markets könnte der legale Markt für psychedelische Drogen bis 2025 nämlich auf rund 70 Milliarden Dollar anwachsen. Unternehmen wie Lykos Therapeutics, das sich für die Zulassung von MDMA einsetzt, will auf der Erfolgswelle mitschwimmen. Bisher scheint das Vorhaben nicht abwegig. Erst kürzlich hat das Unternehmen eine Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen Dollar abgeschlossen.

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