Goldpreis steigt, weil die Wirtschaft leidet

Aufgeschlichtete Goldbarren
Inhaltsverzeichnis

Gold gilt als krisenfeste Anlageform. Als die Zinsen begannen zu steigen, fiel der Goldpreis kurzzeitig. Doch der Goldpreis hat sich schnell erholt und steigt jetzt wieder auf ein Rekordniveau. Grundlage ist die schlechte wirtschaftliche Lage der USA, die auch von politischen Turbulenzen gekennzeichnet ist. Laut Experten befinden sich die gesamten USA bereits auf dem Weg in eine Rezession, was dem Edelmetall Gold zu weiteren Rekordpreisen verhelfen sollte. Wovon ist der Goldpreis genau abhängig? 

Zinserhöhungen und Goldpreis 

Die Prognosen sind nicht besonders rosig. Angeblich erleben die USA und Europa gerade die ersten negativen Auswirkungen, die die Zinserhöhungen mit sich bringen. Experten sprechen von der sogenannten Spitze des Eisbergs. Die US-Bankenkrise, die Turbulenzen bei Gewerbeimmobilien, die Probleme der Kryptosektoren sollen alles nur Vorboten der noch größeren wirtschaftlichen Katastrophen sein. Gold ist eine der wenigen neutralen und liquiden Reservewährungen, wenn das politische und wirtschaftliche Umfeld instabil ist. 

Entwicklung des Goldpreises bis 2021

Im Jahr 2022 lag der Goldpreis bei durchschnittlich etwa 1.800,09 US-Dollar je Feinunze. Erstaunlicherweise hat sich der Preis gegenüber dem Vorjahr fast nicht verändert. Vergleicht man die Zahlen jedoch mit dem Jahr 2019, so ist eine deutliche Steigerung erkennbar. Hauptgründe dafür liegen wieder einmal mehr in der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg. Durch die damit einhergehenden zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheiten bzw. auch die Inflation, flüchten viele Investoren in den „sicheren Anlagehafen Gold“. Die folgende Statistik zeigt einen Überblick über die Entwicklung des durchschnittlichen Goldpreises in den Jahren 1900 bis 2021. 

Statistik: Entwicklung des durchschnittlichen Goldpreises in den Jahren von 1900 bis 2022 (in US-Dollar je Feinunze)

Was ist eine Feinunze? 

Die Feinunze ist ein Massemaß für Edelmetalle. Ihr Gewicht entspricht der Apotheker-Unze (1 oz.tr. = 31,1034768 g), bezieht sich aber nur auf den Edelmetallanteil. Das Gewicht eventueller Verunreinigungen wird vom Gesamtgewicht abgezogen. 

Wer legt den Goldpreis fest? 

Der Preis für physisches Gold wird vom London Bullion Market festgelegt. Dies passiert zweimal am Tag. Einmal vormittags und einmal nachmittags. Die Preisfestlegung ist als London Gold Fixing bekannt und wird durch fünf internationale Großbanken vorgenommen. Dieser festgelegte Preis gilt als Richtwert für den globalen Goldhandel und beeinflusst somit auch die Goldpreise an den weltweiten Rohstoffbörsen. Hier bestimmt das stetig wechselnde Verhältnis von Angebot und Nachfrage den jeweiligen Goldkurs. 

Gold als Investment 

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in Gold zu investieren. Die naheliegendste Option ist sicherlich der Kauf von physischem Gold in Form von Barren und Münzen. Im Jahr 2018 belief sich die Nachfrage nach Goldbarren in Deutschland auf rund 88,3 Tonnen. Die Produktion von Goldmünzen betrug etwa 11,6 Tonnen. Allerdings ist physisches Gold an sich nicht produktiv – es bringt weder Zinsen noch Dividenden oder ähnliches. Anlegern bleibt lediglich die Möglichkeit, auf einen steigenden Goldpreis zu hoffen. Dennoch gilt Gold allgemeinhin als krisensicher und solide Geldanlage. Risikoreichere Alternativen wären beispielsweise die Anlage in börsengehandelte Goldprodukte wie ETFs und Zertifikate oder in Aktien von Goldminenbetreibern.

Goldpreis steigt auf 2.000 US-Dollar

Im März 2023 waren die Turbulenzen im Bankensektor besonders stark. Anleger reagierten verschreckt und der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold stieg zeitweise über die Marke von 2.000 US-Dollar. 

Gold ist keine „eierlegende Wollmilchsau“

Gold ist ein wertvoller Baustein eines gesamten Währungsportfolios, aber sicher nicht die oftmals zitierte „eierlegende Wollmichsau“. Gold wird von Anlegern geschätzt, die gerne in das Edelmetall investieren, das trotz Preisschwankungen seinen Wert auch in Krisenzeiten nie ganz verliert.

Derzeit läuft das Geschäft in den USA besonders gut, da wahrscheinlich eine große Furcht vor einer neuerlichen Bankenkrise besteht. Somit freuen sich Goldanleger, wenn es der Wirtschaft in den USA schlecht geht. Des einen Leid, des anderen Freud. 

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