Twitter verliert immer mehr an Marktanteil

Roter absteigender Pfeil hinter einem Profilbild von Elon Musk
Jakub Porzycki/NurPhoto via Getty Images
Inhaltsverzeichnis

Twitter steckt in massiven Schwierigkeiten. Elon Musk, noch CEO von Twitter, gab zwar immer wieder optimistisch bekannt, dass sich alles in naher Zukunft gut regeln werde, doch nun musste auch er zurückrudern. Die Plattform funktioniert nicht so, wie es sich Musk erhofft hatte. Der Schuldenberg scheint zu explodieren, die Werbeeinnahmen gehen kontinuierlich zurück. 

Werbeeinnahmen um 50 % zurückgegangen 

Elon Musk gab bekannt, dass die Werbeeinnahmen im Unternehmen massiv zurückgegangen sind. Das belastet den Cash-Flow (Mittelzufluss) schwer. Der Rückgang beträgt fast 50 %. Auch eine hohe Schuldenlast belastet das Unternehmen. Musk war im März 2023 noch zuversichtlicher, als er erklärte, dass Twitter bis Juni einen positiven Cash-Flow erreichen würde. 

Wie ist es dazu gekommen? 

Musk wollte die Kosten massiv senken. Seit der Übernahme durch den erfolgreichen Manager im Herbst 2022 konnte das gewünschte Niveau aber nicht erreicht werden. Die Kostensenkungen, auch durch die Reduktion Tausender Mitarbeiter, haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Doch nicht nur die Mitarbeiter haben Twitter scharenweise verlassen, auch Kunden, die hohe Beträge für Werbeschaltungen zahlten, sind vor den undurchsichtigen Strategien von Musk geflüchtet. Musk war sich noch im März 2023 sicher, dass sie alle zurückkommen werden, doch er täuschte sich. 

Werbekunden haben Twitter verlassen

Die Inhalte auf den Seiten von Twitter wurden zu wenig moderiert. Dies warfen zumindest ehemalige Werbekunden dem Unternehmen vor. Konkret steckt hinter diesem Vorwurf, dass zahlreiche Werbekunden nicht wollten, dass ihre Inhalte neben unangemessenen Inhalten platziert wurden. Musk hatte den Usern der Plattform ermöglicht, ziemlich alles, was ihnen „am Herzen liegt“ auf seiner Plattform veröffentlichen zu können. Der CEO hatte immer wieder öffentlich kritisiert, dass bei Twitter die Meinungsfreiheit in der Vergangenheit zu stark eingeschränkt worden sei. Die neue Freiheit, die er der Plattform gab, weckte große Sorgen, Twitter könnte unter der Kontrolle von Musk mehr Hass und Hetze im Netz anfeuern. Daher drehten viele Werbekunden Musk den Rücken zu und investierten ihr Werbebudget in andere Plattformen. 

Rückgang der Werbeeinnahmen 

Wie massiv das Unternehmen unter Druck steht, zeigt die folgende Statistik. Im Jahr 2022 beliefen sich Twitters Einnahmen über Werbung auf vier Milliarden US-Dollar. Die Werbeeinnahmen machten im Jahr 2022 etwa 90 % des gesamten Umsatzes von Twitter aus.

Statistik: Werbeeinnahmen von Twitter weltweit in den Jahren 2011 bis 2022 (in Millionen US-Dollar)

Entwicklung von Twitter 

Die folgende Statistik zeigt die Entwicklung des Gewinns bzw. Verlustes von Twitter weltweit vom ersten Quartal 2013 bis zum zweiten Quartal 2022. Für das zweite Quartal 2022 hat das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 270 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Seitdem wurden keine weiteren Unternehmenszahlen mehr veröffentlicht. Auch ein interessantes Detail in den Strategien von Musk. 

Statistik: Gewinn bzw. Verlust von Twitter weltweit vom 1. Quartal 2013 bis zum 2. Quartal 2022 (in Millionen US-Dollar)

Twitter sucht neuen Chef 

Seit einigen Monaten gibt Musk immer wieder in Interviews bekannt, dass er nicht lange CEO des Unternehmens bleiben werde. Er startete selbst auf Twitter eine Umfrage bei seinen Followern, ob sie der Meinung seien, er solle den Chef-Posten räumen und einen anderen CEO suchen. Die Mehrheit der Follower stimmte zu, dass Musk gehen sollte. Musk nahm diese „Empfehlung“ an und wird das Unternehmen verlassen. Sein Problem war nur, dass er lange keinen „würdigen“ Nachfolger fand. Die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens zogen nicht gerade Top-Führungskräfte an. Seit Juni 2023 hat Twitter mit Linda Yaccarino einen neuen CEO gefunden. Wie die Top-Managerin das Unternehmen genau managen möchte, ist noch nicht bekannt.

Zukunft von Twitter beeinflusst durch Thread

Welchen Kurs das Unternehmen in den kommenden Monaten und Jahren einschlagen wird, bleibt abzuwarten. Die Strategie, mit der Musk das Unternehmen führt, ist auf jeden Fall nicht erfolgreich. Tausende ehemalige Twitter Mitarbeiter arbeiten jetzt bei Tech-Gigant Mark Zuckerberg. All ihr Wissen und auch, so spekuliert man zumindest, vertrauliche Informationen und Betriebsgeheimnisse, haben sie für die Entwicklung von Thread zur Verfügung gestellt. Thread ist Zuckerbergs Antwort auf Twitter. Eine sehr erfolgreiche, wie die täglich steigenden User-Zahlen zeigen. 

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