Warum SEAT eine unsichere Zukunft hat

Logo von SEAT im Hintergrund auf auf einem Handy
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SEAT steht vor einer unsicheren Zukunft, da der Volkswagen-Konzern die Marke zunehmend in Richtung Kleinwagen und E-Roller positionieren möchte, während das Schwesterunternehmen Cupra mit höheren Gewinnmargen und einer klaren Positionierung als Sportmarke gefördert wird.

Umstrukturierung innerhalb des Unternehmens

Trotz eines soliden Marktanteils in Ländern wie Österreich und der Beruhigung der Kunden, dass SEAT weiterhin Verbrenner und Plug-in-Hybride produzieren wird, ist die langfristige Strategie des VW-Konzerns darauf ausgerichtet, nur Cupra zu stärken. SEAT, das ursprünglich als preisgünstige Alternative zu Audi gedacht war, hat es nicht geschafft, sich klar zu positionieren, während Cupra als unabhängige Marke etabliert wird, die auf eine junge, sportaffine Zielgruppe ausgerichtet ist.

Geschichte des Automobilunternehmens

Das Unternehmen wurde im Jahr 1950 gegründet und steht für „Sociedad Española de Automóviles de Turismo“, was sinngemäß übersetzt „Spanische Gesellschaft für Pkws“ bedeutet. Im Jahr 1986 wurde SEAT von VW übernommen. Der Auto-Konzern hat sich aber nicht so entwickelt, wie ursprünglich erhofft. Geplant war, die Modelle als günstigere Variante zu Audi zu positionieren. Doch dies ist nicht gelungen.

Expansion und Herausforderungen

Sämtliche Fahrzeuge von SEAT waren bis zum Jahr 1980 Lizenzfertigungen des Fiat-Konzerns und damit fast baugleich mit den Modellen der Marke Fiat und Lancia. In den 1960er Jahren expandierte der Autokonzern und begann, beliebte Modelle wie den Fiat 600, der 1957 eingeführt wurde, für den spanischen Markt als Seat 600 E zu produzieren. Dieses Auto wurde zum Symbol des spanischen Wirtschaftswunders und verhalf vielen Spaniern zu ihrer ersten Mobilität. In den 1970er Jahren begann das Unternehmen mit der Entwicklung eigener Modelle, auch wenn diese noch auf Fiat-Technik basierten.

1980 beendete Fiat die Zusammenarbeit. SEAT stand vor der Herausforderung, sich als unabhängige Marke neu zu definieren. Die Kooperation mit Volkswagen in den 1980er Jahren war entscheidend für das Unternehmen. Mit der neuen Partnerschaft verbesserte der spanische Automobilhersteller die Qualität und das Design seiner Fahrzeuge.

Die Positionierung von VW und Cupra

SEAT soll sich in Zukunft zunehmend auf die Roller der spanischen Mutter konzentrieren. Langfristig wird das Unternehmen somit im Bereich für Kleinwagen und E-Roller positioniert. SEAT und Cupra parallel aufzubauen, ist zu kostenintensiv, daher setzt VW auf Cupra, da hier auch die Gewinnspanne wesentlich höher ist. VW plant jedoch, die laufenden SEAT-Modelle im geplanten Lebenszyklus noch in diesem Jahrzehnt zu produzieren.

Traditionsmarke SEAT

SEAT gehört dennoch zu den gefragtesten Modellen in Österreich. Im ersten Halbjahr 2023 konnten 7.000 Neuzulassungen verbucht werden. Dies entspricht einem Marktanteil von 5,6 %. Auch im Jahr 2023 gehört VW zu den beliebtesten Automarken in Deutschland. Volkswagen wurde von 14,6 % der deutschen Bevölkerung genutzt und belegt damit Platz 1 im Ranking der beliebtesten Automarken in Deutschland nach Besitz. Auf Platz 2 und 3 des Rankings liegen Mercedes-Benz und Opel. SEAT erreicht Platz 9 mit einem Anteil von 1,7 % im Jahr 2023. Die folgende Statistik zeigt die genaue Auswertung.

Statistik: Ranking der beliebtesten Automarken in Deutschland nach Besitz in der Bevölkerung in den Jahren 2021 bis 2023

SEAT beruhigt seine Kunden

Das spanische Traditionsunternehmen beruhigt die Öffentlichkeit mit einer Stellungnahme. Es wird zu keinem baldigen Ende des Unternehmens kommen. Dies sei eine Fehlinterpretation gewesen. „SEAT wird auch in Zukunft Plug-in-Hybride und effiziente Verbrenner herstellen und das bis zum Ende der Verbrenner-Ära. Es ist geplant, dass die Modelle Ibiza, Arona und Leon einige Updates erhalten werden“, teilte die Unternehmensleitung mit.

Chancen für SEAT

Auch Thomas Schäfer, VW-Vorstand, nahm öffentlich Stellung und gab bekannt, dass SEAT „exzellente Chancen habe, langfristig neue Mobilitätsformen für junge Menschen anzubieten. Dazu gehören Sharingkonzepte, Abonnements und Mikromobilität.

Mann in blauem Anzug steht neben eine CUBRA in blau auf einer Bühne und lächelt
Ramon Costa/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Cupras Hintergrund

Cupras Hintergrund ist in den Renn- und Rallyeautos der 90er Jahre zu finden. Cupra ist die Kurzform von „Cup Racer“. Cupra hat sich so positioniert, dass die Autos als motorisierte Sportversionen innerhalb der SEAT-Modelle wahrgenommen werden. Im Jahr 2018 wurde die eigenständige Marke Cupra präsentiert. Cupra sollte von der Positionierung her mit Marken wie BMW und Audi konkurrieren.

Fazit: Der spanische Automobilhersteller befindet sich in einer Phase der Neupositionierung innerhalb des Volkswagen-Konzerns. VW setzt zunehmend auf Cupra, da dort höhere Gewinnmargen erwartet werden. Trotz dieser strategischen Umorientierung verspricht das Unternehmen, weiterhin bestehende Modelle zu aktualisieren.

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